Vom Planen bis zum Packen: Die Radreise richtig vorbereiten

Von: Thomas Neudorfer, dpa
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Die richtige Ausrüstung sorgt bei einer Radreise für Sicherheit und gute Laune. Viele Fahrradmodelle eignen sich für längere Reisen, wichtig ist die Verkehrssicherheit des Rades. Foto: ddp

Bremen/Bad Soden. Für eine Tour im Sattel muss das Rad nicht neu erfunden werden. Doch soll die Fahrradreise unterwegs nicht ins Wasser fallen, sind gute Vorbereitung und ein Blick auf die Wetterkarte wichtig, wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Bremen rät.

Mit dem technisch überprüften Rad und Petrus Segen kann es entspannt durch frische Wälder und duftende Wiesen gehen - übers Wochenende oder einen ganzen Urlaub lang.

Bevor die Radtaschen gepackt werden, wird am besten Grundsätzliches überlegt: „Ziel und Route sind zuerst festzulegen”, empfiehlt ADFC-Sprecher Karsten Klama. Spezielle Tourenportale im Internet bieten Orientierung: „Viele Regionen stellen ihre Routen mit guten Karten mittlerweile sehr anschaulich dar.” Der Radwanderer finde Höhenprofile, Tipps zu Touren mit Kindern sowie GPS-Tracks zum Herunterladen für den satellitengeführten Trip.

Steht fest, wo es langgehen soll, macht sich der Radtourist meist Gedanken über die Anreise. Denn nur selten beginnt der gewählte Radweg am Gartenzaun. „Bei Streckentouren empfiehlt sich die Anfahrt mit der Bahn”, rät Klama. In ICE-Zügen der Deutschen Bahn sei die Mitnahme von Fahrrädern allerdings nicht gestattet. Teils müsse auf langsamere Regionalzüge umgestiegen werden.

Wenn der Schaffner zur Abfahrt pfeift, sollte das geeignete Fahrrad an Bord sein. „Am beliebtesten sind derzeit Trekkingräder”, sagt Klama. Für eine Wochenendtour sei zwar auch das einfache Freizeitrad geeignet. Wer aber einen ganzen Sommerurlaub plant, rolle am besten auf speziellen Reiserädern, deren Komponenten auf Langlebigkeit ausgelegt sind. Verwindungssteife Rahmen sind in jedem Fall ebenso zu empfehlen, wie schwereren Fahrern stabilere 26-Zoll-Laufräder.

Und verkehrssicher muss der Drahtesel sein. Wer sich beim Check in professionelle Händlerhände begibt, zahlt Klama zufolge nicht mehr als 40 bis 50 Euro für die Inspektion. Der ADFC-Sprecher rät, Bremsen, Beleuchtung und Mäntel auf Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.

Da es bei Rad und Komponenten in den vergangenen Jahren einen großen Qualitätssprung gegeben habe, müsse kein großer Werkzeugkoffer mehr mitgenommen werden. In der Regel genüge Flickzeug, Ersatzschlauch in der passenden Größe, Luftpumpe und ein kleines Universalwerkzeug - etwa zum Justieren der Schaltung. Ferner hätten sich Unterkünfte entlang der Radwege spezialisiert und stellten oft das nötige Werkzeug für havarierte Pedalritter bereit.

Zusammensetzung und Menge des Gepäcks richten sich nach der Art der Tour. Wer einen Camping-Radurlaub plant, schnürt die dicksten Taschen mit Zelt, Schlafsack und Isomatte. Bei Tagestouren reicht in der Regel der Proviant sowie wetterfeste und bequeme Kleidung.

Mit dem Gepäck kommt das Thema Sicherheit ins Spiel. Stephan Schreyer vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) in Bad Soden warnt: „Es ereignen sich häufig Unfälle durch falsche Beladung.” Gepäckträger sollten allein aus versicherungstechnischen Erwägungen nicht über das empfohlene Gewicht hinaus beladen werden. „Das Fahrverhalten ändert sich auch wenn die Gepäcklast ungleichmäßig verteilt”, weiß Schreyer und rät nach Beladung zum Bremscheck sowie höherem Reifendruck.

Eine Regel lautet: die Taschen möglichst tief hängen. Weil dann der Schwerpunkt dem Untergrund näher kommt, liegt das Rad besser auf der Straße. Zur Sicherheitsausstattung gehört laut ZIV ein Schutzhelm und bei längeren Strecken ein Verbandskasten. Nach Auskunft des ADAC Berlin-Brandenburg gibt es sichere Helme schon ab 20 Euro.

Für den Familientrip mit Kindern sind ADFC-Sprecher Klama zufolge nur Etappen von täglich 20 bis 30 Kilometern ratsam. Schwingen sich Radtouristen mit durchschnittlicher Kondition auf den Sattel, sind Tageslängen von 60 bis 80 Kilometern gängig. Zur Vorbereitung lohnt ein Blick auf die Fitness der Teilnehmer. „Gerade wenn in der Gruppe geradelt wird, ist ein gleiches Level praktisch”, meint Klama. Allerdings stelle sich während der Reise ein Trainingseffekt ein - so könnten die weniger routinierten Radler aufholen.

Vergleichsweise unroutiniert läuft offenbar noch der Umgang mit Navigationsgeräten mit GPS-Modul. Die elektronischen Wegweiser für den Fahrradlenker seien oft noch umständlich zu bedienen. Ohnehin empfiehlt sich die Mitnahme herkömmlicher Karten, sagt Klama: „Erstens können die Geräte ausfallen - die Batterien sind leer, oder der Empfang ist gestört.” Die Karten böten zweitens Zusatzinformationen, die per GPS noch nicht die Regel seien.

Ein Thema ist auch auf der Reise die richtige Ernährung: Geraten wird zum reichhaltigen, aber nicht üppigen Frühstück, um vormittags möglichst zwei Drittel der Tagesetappe zu schaffen. Am Rahmen darf der Flaschenhalter nicht fehlen, denn zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag sind auch für Radtouristen ein Muss.
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