Verschneite Bergwelt genießen und dabei die Umwelt schonen

Von: Elke Gersmann, dapd
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Wintersport
Umweltfreundlicher Winterurlaub. Foto: dapd

München. Wenn sich alljährlich die Alpen mit Wintersportbegeisterten füllen, bleibt das nicht ohne Auswirkungen auf die Umwelt. Doch Skifahrer, Langläufer und Tourengeher können selbst dazu beitragen, dass der für den Alpenraum wichtige Wintertourismus und der Umweltschutz unter einen Hut gebracht werden können.

Der Internationale Skiverband (FIS) hat dazu zehn Verhaltenstipps entwickelt, die vom Deutschen Skiverband (DSV) übernommen worden und im Internet unter ski-online.de/sis nachzulesen sind.

Umweltfreundliche Reiseplanung

Es beginne schon bei der Reiseplanung, sagt Jascha Schmid, Umweltreferent im Umwelt-Beirat des DSV. „Sieht man sich die gesamten CO2-Emmissionen eines Urlaubs an, hat allein die Anreise daran einen Anteil von bis zu 75 Prozent.” Rund 20 Prozent entfielen auf die Unterkunft, der Rest auf Aktivitäten vor Ort. Die Wahl des Verkehrsmittels sei also mit Blick auf Umwelt- und Klimaschutz eine entscheidende, betont Schmid. Winterurlauber sollten auf eine Anreise mit dem Flugzeug möglichst verzichten und stattdessen die umweltfreundlicheren Alternativen Bus und Bahn nutzen. Die Bahn bietet in der kalten Jahreszeit mehr Verbindungen in die Skigebiete, zum Beispiel mit dem Nachtzug. Wer doch lieber mit dem eigenen Auto fahren möchte, könnte über eine Fahrgemeinschaft nachdenken.

Im Urlaub autofrei bleiben

Spätestens vor Ort sollte das Auto dann aber stehen bleiben. „Es gibt in den Alpen immer mehr Wintersportgebiete, die auf eine sanfte Mobilität setzen und entsprechende Angebote haben”, hat Schmid beobachtet. Beispiele seien CO2-neutrale Gemeinden oder die „Alpine Pearls”, ein Zusammenschluss von 24 Ferienorten in verschiedenen Alpenländern. Deren Ziel ist es unter anderem, das Auto des Gastes überflüssig zu machen. Deshalb gibt es Shuttle-Services, Gratis-Skibusse, Elektro-Fahrzeuge, Leihautos und Ausflugsangebote in die Umgebung oder die nächste Stadt. Bei der Wahl der Unterkunft sollte man auf Energiesparmaßnahmen und die Versorgung mit erneuerbaren Energien achten, empfiehlt Schmid. Ein weiteres Kriterium könne die Verwendung von regionalen oder Bioprodukten sein.

Skifahren und Natur schützen

Der Winter ist für den Menschen ein großer Spaß, für viele Tiere und Pflanzen jedoch ein Überlebenskampf. Wintersportler haben deshalb Verantwortung: „Sensible Naturräume sollten unbedingt respektiert und gemieden werden”, betont der Umweltreferent. Diese seien in der Regel markiert beziehungsweise gesperrt. Für die Tiere der Berge seien im Winter Rückzugsgebiete wichtig, in denen sie ungestört bleiben: „Wird zum Beispiel das seltene und geschützte Auerhuhn wiederholt aufgescheucht, kann es durch den Stress und Energieverlust sterben.” Auch aus dem Schnee herausragende Zwergsträucher wie die Alpenrose können unter Skiern leiden. Deshalb sollten Wintersportler auf markierten Pisten, Loipen und Routen bleiben, Aktivitäten abseits ausgewiesener Wintersportbereiche, Waldgebiete und Baumgruppen meiden sowie Sperrungen akzeptieren.

Manchmal sei es sogar das Beste, ganz zu verzichten: „Wenn die Schneedecke im Frühjahr oder bei winterlichen Tauperioden zu dünn oder lückenhaft wird, kann die darunter liegende Vegetationsdecke durch die Kanten der Skier beschädigt werden”, erläutert Schmid. Das kann zu Erosion führen, die Folgen sind dann häufig noch im Sommer zu sehen.

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