Urlaub: Anreise über Nacht nicht auf Kosten der Sicherheit

Von: Elke Gersmann, ddp
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Regensburg. . Eine Nachtfahrt an den Urlaubsort hat ihre Vorteile. Auf den Autobahnen gibt es keine Staus, man kommt früh an. Doch sollten bei Nachtfahrten einige Regeln beachtet werden.

Übermüdung kann fatale Folgen haben, wenn man am Steuer plötzlich einnickt. Der sogenannte Sekundenschlaf führt immer wieder zu Unfällen. „Dabei handelt es sich genau genommen nicht um Schlaf, sondern um einen kurzzeitigen Wahrnehmungsausfall”, sagt Professor Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Universitätsklinikum Regensburg.

Und dieser könne selbst bei geöffneten Augen eintreten. Der Sekundenschlaf geschieht zwar plötzlich und ohne dass man Kontrolle darüber hat. Er kündigt sich aber vorher an: „Warnzeichen sind abschweifende Gedanken, ein Gefühl der Schwere, die Schwierigkeit zu fokussieren und das Starren auf die Fahrbahn.” Dazu komme ein unwiderstehliches Bedürfnis, die Augen zu schließen.

Diese Müdigkeitssymptome werden nach Erfahrung des Schlafmediziners häufig unterschätzt. Man sollte sie ernst nehmen und rechtzeitig den nächsten Rastplatz ansteuern.

Sich und andere durch den Sekundenschlaf in Gefahr zu bringen, lässt sich vermeiden. Man sollte am Abend ausgeruht und stressfrei in den Urlaub starten. Zulley rät dem Fahrer, vorher einige Stunden zu schlafen. Da Müdigkeit durch die Monotonie auf der Autobahn und die fehlenden Aufmerksamkeitsreize bei geringer Verkehrsdichte begünstigt wird, sollte der Beifahrer nicht schlafen.

„Eine schlafende Person auf dem Sitz nebenan wirkt regelrecht ansteckend”, betont der Experte. Zudem könne und sollte der Beifahrer auf Anzeichen von Müdigkeit beim Fahrer achten.

Wann das Schlafbedürfnis am größten ist, wird laut Zulley unter anderem vom Biorhythmus bestimmt: „Das absolute Tief ist bei den meisten Menschen der frühe Morgen zwischen ungefähr drei und vier Uhr.”

Dabei komme es nicht darauf an, wie lange man bis dahin insgesamt unterwegs sei: „Der Biorhythmus hat in diesem Zusammenhang einen größeren Einfluss als die Fahrtdauer.” Zulley rät deshalb, nicht in der zweiten Nachthälfte zu fahren. Und statt dessen eine ausgiebige Schlafpause von gut drei Stunden zu machen. Danach sei man in der Regel wieder fahrtüchtig. Doch bevor es wieder auf die Autobahn geht, sollte man seinen Kreislauf in Schwung bringen. Dabei helfen koffeinhaltige Getränke, Bewegung an der frischen Luft und kaltes Wasser im Gesicht.

Eine gute Alternative zur Nachtfahrt ist es, frühmorgens in den Urlaub zu starten. Mit Eintritt der Dämmerung stellt sich der Körper wieder auf den Tagmodus ein, die Gefahr der Übermüdung während der Fahrt ist deutlich kleiner. Allerdings, mahnt Zulley, sollte man auch dann nicht auf regelmäßige Pausen verzichten.
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