Innsbruck - Trotz Blaulichtsteuer in Österreich Unfallaufnahme durch Polizei

Trotz Blaulichtsteuer in Österreich Unfallaufnahme durch Polizei

Von: ddp
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Innsbruck. Österreich ist eines der wichtigsten Reise- und Durchreiseländer für deutsche Auto-Urlauber. Unfälle bleiben da nicht aus. In der Alpenrepublik sind dabei besondere Regeln zu beachten.

Wird bei kleinen Blechschäden die Polizei verständigt und rückt zur Unfallstelle aus, kostet das Geld.

Nach Angaben des ADAC muss der Unfallbeteiligte, der die Polizei zur Aufnahme eines Sachschadens ruft, eine „Blaulichtsteuer” bezahlen - eine Unfallmeldegebühr in Höhe von 36 Euro.

Doch dieser Betrag, meint der Innsbrucker Rechtsanwalt Hubert Tramposch, sollte niemand davon abhalten, die Gendarmerie zu rufen.

„Wenn die Polizei bei Blechschäden zur Klärung des Unfallhergangs beiträgt, kann das später bei der Regelung der Reparaturkosten über die Versicherung sehr hilfreich sein”, erläutert der auf Schadensersatz- und Regressforderungen spezialisierte Anwalt seinen Rat.

Grundsätzlich braucht in Österreich die Polizei nur dann nicht gerufen zu werden, wenn es sich um einen bloßen Sachschaden handelt und sich die Beteiligten ausweisen können. Hat es gekracht, gilt das österreichische Verkehrsrecht.

Einzige Ausnahme: Besitzen die Unfallgegner beide dieselbe Staatsangehörigkeit eines anderen Staates, also etwa beide die deutsche, kann auf Antrag auch ihr nationales Heimatrecht zur Anwendung kommen.

Bei einem Personenschaden haben die Verletzten nach österreichischem Recht Anspruch auf Schmerzensgeld, Ersatz der Kosten für eine Haushaltshilfe und auf Ersatz des Verdienstausfalls oder des Verdienstentgangs, wie es österreichisch heißt.

Gegebenenfalls kann darüber hinaus eine sogenannte Verunstaltungsentschädigung geltend gemacht werden.

„Die Verunstaltungsentschädigung wird bei Verletzungen gezahlt, die dauerhafte und offen sichtbare Folgen haben, etwa bei Narben, Sprachstörungen, Beinverkürzungen oder einem Verlust der Sehfähigkeit”, erläutert Tramposch und „die Verunstaltung muss jedoch geeignet sein, das bessere Fortkommen zu verhindern, also etwa den beruflichen Aufstieg oder eine Heirat”.

Hinsichtlich der Sachschäden werden die Kosten für die Reparatur oder bei einem Totalschaden ein Wertersatz gezahlt. Für die Zeit der Reparatur besteht gegebenenfalls Anspruch auf ein annähernd gleichwertiges Ersatzfahrzeug, wobei eine Eigenersparnis von 10 bis 20 Prozent angerechnet wird.

Außerdem können dem Schädiger gegenüber sogenannte frustrierte Aufwendungen geltend gemacht werden: Kfz-Steuern, Kfz-Versicherungsprämien und Garagenmieten.
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