München - Trinkgeld: Ein Dankeschön für den guten Service

Trinkgeld: Ein Dankeschön für den guten Service

Von: Sebastian Stoll, dapd
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Eigentlich soll es eine nette Geste sein, für manchen Urlauber wird es aber zum Fettnäpfchen: Wer guten Service oder ein leckeres Essen mit einem Trinkgeld belohnen will, muss sich zunächst mit der Frage auseinandersetzen, welche Höhe im jeweiligen Urlaubsland angemessen ist. Foto: dapd

München. Eigentlich soll es eine nette Geste sein, für manchen Urlauber wird es aber zum Fettnäpfchen: Wer guten Service oder ein leckeres Essen mit einem Trinkgeld belohnen will, muss sich zunächst mit der Frage auseinandersetzen, welche Höhe im jeweiligen Urlaubsland angemessen ist.

Dabei ist die Antwort nicht schwer: Zehn Prozent des Rechnungsbetrages seien in den meisten Fällen angemessen, rät der ADAC in München. Allerdings gibt es Ausnahmen.

Trinkgeld drückt Zufriedenheit aus

Zunächst sollte ein Reisender sich allerdings klar machen, dass er nicht verpflichtet sei, Trinkgeld zu geben, erläutert ADAC-Sprecherin Katharina Bauer. „Der Sinn von Trinkgeld ist im Prinzip eine Wertschätzung der Dienstleistung und des Services am Gast. Wird man freundlich und zuvorkommend bedient, drückt man mit Trinkgeld auch seine Zufriedenheit aus”, sagt sie. Das bedeute im Umkehrschluss aber auch, dass man keines geben müsse, wenn man sich schlecht behandelt fühle. „Trinkgeld ist immer freiwillig und zusätzlich.”

In den Trinkgeldgepflogenheiten vieler populärer Reiseländer gibt es nur leichte Unterschiede. So sind Bauer zufolge in Frankreich, Spanien und Portugal Trinkgelder in Höhe von fünf bis zehn Prozent üblich, die man nach dem Bezahlen einfach auf dem Tisch zurücklässt. In Österreich gibt man - wie in Deutschland - etwa zehn Prozent beim Begleichen der Rechnung dazu.

In den meisten weiteren Mittelmeerländern würden oft 15 Prozent erwartet, sagt Bauer und ergänzt: „Generell machen Urlauber in Europa und darüber hinaus aber nichts falsch, wenn sie bis zu zehn Prozent auf die Rechnung geben.” Etwas großzügiger könne man in den USA sein - nicht aus Gründen der Höflichkeit, sondern aus sozialen: „Hier ist das Trinkgeld gerade für das Servicepersonal besonders wichtig. Die Festlöhne sind oft gering und das Trinkgeld mehr oder weniger die Haupteinnahmequelle.” Eine genaue Zahl lasse sich hier aber schwer nennen.

Kein Trinkgeld in Italien

Manchmal können Urlauber die Geldbörse nach dem Bezahlen auch stecken lassen. Unüblich ist Trinkgeld etwa in Italien. „Oft ist das sogenannten Coperto, die Gebühr für Gedeck und Brot, schon in der Rechnung inbegriffen”, erläutert ADAC-Sprecherin Bauer. Ähnlich sei es in der Schweiz. Keinen inbegriffenen Aufschlag gebe es in britischen Pubs - statt dessen benötigt man Mut zur Unhöflichkeit: „Hier wird exakt bezahlt und zwar an der Bar.”

Nicht immer wird das Trinkgeld prozentual bemessen: So stellt ein Zimmermädchen keine Rechnung, aber auch bei Taxifahrern ist es zumeist unüblich, diese als Grundlage zu nehmen. Egal, in welchem Land man unterwegs ist: Bauer rät hier zu einem einheitlichen Vorgehen. So reiche es im Taxi, den geforderten Betrag einfach aufzurunden.

Bei einem Zimmermädchen könne man durchaus etwas großzügiger sein, schließlich habe es sich ja auch oft einen längeren Zeitraum um den Gast gekümmert. „Am besten hält man ein paar Euro bereit. Die sollte man jedoch nicht im Zimmer liegen lassen, sondern den freundlichen Damen direkt übergeben”, rät Katharina Bauer.
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