Tourismus in NRW? Die zehn häufigsten Fragen zu dieser Entwicklung

Von: vo
Letzte Aktualisierung:
Industrie
Foto: pixabay.com / orensteiner
bach
Foto: : pixabay.com / Christoph

Berlin. Wer an Nordrhein-Westfalen denkt, der denkt an Stahl und Kohle, denn die Montanindustrie ist das, wofür das Bundesland im Westen Deutschlands bekannt ist. Oder vielmehr war.

Heute präsentiert sich dort eine nicht mehr industriell geprägte, sondern als Wissensgesellschaft bezeichnete Bevölkerungsschicht, die davon profitiert, dass sich zahlreiche Betriebe von Weltrang angesiedelt haben. Neu in den Fokus rückt zunehmend häufiger auch der Tourismussektor, dieser scheint ein verkappter Unbekannter auf der NRW-Bühne zu sein.

Das ist er allerdings gänzlich zu Unrecht! "Der Tourismus hat sich in Nordrhein-Westfalen zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt", berichtet die Welt und untermauert die Aussage mit entsprechendem Zahlenmaterial. Besucherzahlen steigen, die Übernachtungsquote liegt auf einem historischen Höchststand und das wirkt sich letztlich positiv auf die Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft im Bundesland aus, denn auch diese profitiert vom mittlerweile hohen Ansehen Nordrhein-Westfalens. Doch das sind nicht die einzigen Fragen, die rund um das Thema Tourismus kursieren. Einige Weitere werden im Folgenden beantwortet.

Wann begann in Nordrhein-Westfalen der Umschwung?

Mit Kriegsende wurde der Umschwung bereits eingeläutet. Kohle- und Stahlkrisen führten zum Niedergang der Montanindustrie und erhöhten den Druck, sich einem lebenserhaltenden Strukturwandel zu unterziehen. Dieser zeichnete sich auch ab in der Fokussierung auf den tertiären Sektor, den Dienstleistungsbereich, der heute vom Umschwung stark profitiert.

Wie wurde die Tourismusbranche zur neuen Perspektive?

Heimlich, still und leise, könnte man sagen. Deswegen sind die Augen vieler auch sehr überrascht in Anbetracht der Tatsache, dass es bereits über 550.000 Arbeitsplätze im Tourismusbereich gibt und die Bedeutung dieses Sektors beginnt die Bauwirtschaft zu überholen.

Gibt es aktuell eine Förderung des Tourismussektors in NRW?

Die gibt es. 47 Millionen Euro stehen für die Förderung von 55 neuen Tourismusprojekten in den kommenden Jahren zur Verfügung. Insgesamt standen fast doppelt so viele Projekte auf der Projektliste. Nun müssen die Auserwählten entsprechend aktiv werden und Fördergelder beantragen. Erfolgreich umgesetzt wurde indes schon der "Wildnis-Trail" im Nationalpark Eifel, der als Naturerlebnispfad gestaltet ist.

Welchen Fokus haben diese Projekte?

Zum einen werden diese Fördergelder in Projekte investiert, die die ansässigen Unternehmen stärken, zum anderen sollen die Infrastruktur ausgebaut werden, aber auch Themen wie Wellness und Barrierefreiheit sind anzugreifen. Im Sole- und Pilgerpark in Kevelaer soll eine Kneippanlage nebst Barfußpfad geschaffen werden. Schmallenberg hingegen wird ein Projekt ansteuern, das in die Rubrik "spiritueller Tourismus" fällt.

Welche Schwerpunkte stehen thematisch betrachtet auf dem Programm?

Ein To-do auf der Liste ist der Ausbau des Gesundheits- und Wellnesstourismus. Doch auch durch die Stärkung und den Ausbau des kulturellen Angebots verspricht sich das Bundesland Vorteile - und zwar in erster Linie um den Fokus auf Individualreisen zu stärken. Auch das Thema Genuss, und hier ganz besonders der kulinarische Genuss, sollen aktiver und stärker beworben werden.

Und wie präsentiert sich der Geschäftszweig "Geschäftsreisen" im neuen Tourismus-NRW-Modell

Geschäftsreisen sind weniger ausgeprägt als Privatreisen, dürfen aber mit Blick nicht vergessen werden. 28,7 Millionen Aufenthaltstage wurden im Jahr 2012 gezählt. Bei 14,7 Millionen von insgesamt 61,5 Millionen Übernachtungen handelte es sich um Geschäftsreisen. 14 Millionen der insgesamt 109,2 Millionen Tagesreisen waren geschäftlicher Natur.

Spannend ist indes der Zahlenvergleich der Bundesländer. Dabei steht Nordrhein-Westfalen mit einem Anteil von 24 Prozent an Geschäftsreisenden auf Platz 2 hinter dem Bundesland Hessen. Zum Vergleich: Deutschland liegt bei 13 Prozent Geschäftsreisenden Anteil. (Quelle: Business-Reisen in NRW, Seite 21)

Welchen Effekt haben die Geschäftsreisenden auf die Struktur in Nordrhein-Westfalen?

Der Effekt zeigt sich insbesondere in der Hotellerie und Gastronomie. Hier wurden alte Angebote überarbeitet und in ein neues Licht gesetzt. Das Hotel Pullman Quellenhof steht beispielhaft genau für diesen Wandel, denn von außen wirkt es wie ein historisches Herrenhaus, im Inneren jedoch präsentiert es sich als attraktives Business-Hotel.

Wo finden die Geschäftstermine statt?

Egal, ob zur Konferenz, zum Kongress, zum Kunden- oder Firmenmeeting - Nordrhein-Westfalen scheint mit Blick auf die Statistik ein beliebtes Pflaster zu bleiben - solange nur der Rahmen stimmt. Wer auf Geschäftsreise nach Nordrhein-Westfalen fährt, reist zu einer Veranstaltung ins Hotel (23,6 Prozent), ins Tagungs- und Kongresszentrum (21,5 Prozent) oder in die Firma (15,4 Prozent). (Quelle: Business-Reisen in NRW, Seite 88)

Aus welcher Branche stammen die Geschäftsreisenden?

Wer geschäftlich nach Nordrhein-Westfalen reist, arbeitet meist im öffentlichen Sektor (21,5 Prozent). Am zweithäufigsten wurde der Dienstleistungssektor genannt (16,9 Prozent) und an dritter Stelle Handel und Vertrieb (15,0 Prozent). (Quelle: Business-Reisen in NRW, Seite 93)

Warum so große Anstrengungen, um sich im Tourismussektor zu etablieren?

Nordrhein-Westfalen ist auch im Ausland beliebt! Bereits im Jahr 2012 berichtete die WAZ darüber, welche Lieblingsziele ausländische Touristen in Deutschland haben. Fünf Ziele nannten diese allein im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Der Kölner Dom liegt beispielsweise auf der Beliebtheitsskala auf Platz 3.

Sie schreiben unter dem Namen:

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert