Berlin - Test: Billig-Airlines verwenden immer noch Lockangebote

Test: Billig-Airlines verwenden immer noch Lockangebote

Von: dpa
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Ab in den Urlaub: Doch bevor man startet gilt es aufzupassen. Einige Billig-Airlines verwenden immer noch Lockangebote, sagt Stiftung Warentest.

Berlin. Einige Billig-Airlines und Ferienflieger verwenden immer noch Lockangebote. Obwohl eine EU-Verordnung seit November strikte Preistransparenz von den Airlines fordert, werde diese oft missachtet, berichtet die Stiftung Warentest in Berlin in der Zeitschrift „test” (Ausgabe 3/2009).

Oft seien Versicherungen oder Zusatzangebote im Internet voreingestellt. Der Kunde müsse sie extra wegklicken. Versäumt er das, bekomme er am Anfang einen günstigeren Preis angezeigt, als am Ende auf der Rechnung steht. Ryanair, Easyjet, Germanwings und Condor erhielten deshalb im Prüfpunkt Preistransparenz von den Testern ein „mangelhaft”.

Für den Test wurden zehn Billig-Airlines, Ferienflieger und Linienfluggesellschaften untersucht. Dabei schauten die Prüfer unter anderem auf die Umbuchungsmöglichkeiten. Wer aus persönlichen Gründen seinen Flug nicht antreten kann, habe zwar häufig die Möglichkeit, umzubuchen. Die Airlines kassierten dafür allerdings oft 25 bis 30 Euro pro Strecke als Gebühr.

Außerdem müsse der Kunde die Differenz zahlen, wenn der neue Flugpreis teurer ist als der alte. Daher lohne sich die Umbuchung in vielen Fällen kaum.

Schwierig wird es laut Stiftung Warentest für all jene, die einen Flug stornieren möchten. Die Kunden müssten in jedem Fall Steuern und Gebühren zurückgezahlt bekommen. Einige Airlines wollten das „aber offenbar verhindern”. Auf vielen Webseiten fehlten klare Informationen zum Stornieren, der Kunde müsse stattdessen eine kostenpflichtige Hotline anrufen.

Manche Airlines bestünden für die Rückerstattung auf einen schriftlichen Antrag. Manchmal werde der Antrag erst bearbeitet, nachdem der Flug stattgefunden hat. Ein Teil der Rückerstattung werde außerdem durch Bearbeitungsgebühren aufgefressen.

Schließlich fanden die Tester in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen unwirksame Klauseln, mit denen die Airlines die Position der Kunden unerlaubt verschlechtern. So würden Lufthansa, Air France, British Airways und Iberia beispielsweise immer noch das sogenannte Überkreuzbuchen verhindern, obwohl mehrere Gerichte es als unwirksam einstuften.

Dabei buchen Passagiere zwei Flugscheine mit Mindestaufenthaltszeit und benutzen von jedem nur eine Strecke. Trotz aller Kritik weist die Stiftung Warentest aber auch darauf hin: Reisende können immer noch günstig fliegen.

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