Taxigeld und Automatenadressen: Geldversorgung im Urlaub vorbereiten

Von: Berit Schmidt, dpa
Letzte Aktualisierung:
Geldautomat 3
Wer im Urlaub mit der EC-Karte Geld abheben möchte, sollte diese vor Reiseantritt prüfen lassen. Foto: dpa

Berlin/Stuttgart. Der Euro hat das Zusammenstellen der Reisekasse für den Urlaub innerhalb von Europa leichter gemacht. Kreditkarten versprechen bequemes Zahlen ohne Bargeld auf der ganzen Welt.

Und nicht nur in Deutschland, auch in vielen Urlaubsländern ist - zumindest in Städten - immer ein Geldautomat zu finden. Doch wer Gebühren sparen und eine sichere Geldversorgung will, kommt um ein paar Vorbereitungen nicht herum. Die wichtigste Regel dabei lautet: Eine Mischung aus Karten, Bargeld und Reiseschecks ist am besten.

Bargeld: Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin rät dazu, bei der Ankunft am Ziel ein bisschen Bargeld im Portemonnaie zu haben - für die erste Taxifahrt oder das erste Abendessen. Das meiste Bargeld sollten Urlauber erst vor Ort tauschen. Dann gilt es allerdings herauszufinden, wo es dort Geld gibt, wendet Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart ein. Und wer 20 Euro pro Buchung zahlen muss, sollte lieber Geld mitnehmen, rät er. Nach Empfehlung des Bankenverbands gehört aber nicht mehr als ein Drittel des Reisebudgets bar ins Gepäck.

Wer in ein Nicht-Euro-Land fährt, sollte sich vor der Reise einen Teil der Landeswährung zu Hause besorgen. „Gängige Währungen sind in den Hauptgeschäftsstellen vorhanden”, erklärt Michaela Roth vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin. Besondere Währungen aus exotischeren Reiseländern müssten bestellt werden - das dauert etwa drei bis vier Tage. „Man sollte den Beleg aufheben, um die übrig gebliebenen Sorten wieder am Schalter umtauschen zu können”, rät die Expertin: Ein Rückgaberecht gibt es nur dort, wo die Sorten, wie es im Bankjargon heißt, zuvor gekauft wurden.

Kreditkarte: Die Kreditkarte kann eine sinnvolle Ergänzung sein. „Sie ist nicht für jeden ein Muss”, sagt Beller. Aber in klassischen Kreditkartenländern wie Neuseeland, Australien oder den USA lohne es sich, die Karte dabei zu haben: „Wenn man gerade keinen Geldautomaten in der Nähe hat, aber im Hotel mit Karte zahlen kann, ist das sehr praktisch.” Und selbst in den größeren Städten Afrikas komme man mit einer Karte gut voran. In abseits gelegenen Gebieten sollten Urlauber vorher im Internet oder im Reiseführer schauen, ob dort ein Geldautomat zu finden ist.

Vorsicht: Beim Bezahlen mit Kreditkarte sollten Urlauber auf keinen Fall einen Blanko-Beleg unterschreiben. Der Rechnungsbetrag sollte vor der Unterzeichnung eingetragen worden sein, rät der Bankenverband. Nach der Rückkehr sollten die Belege sorgfältig mit der Monatsabrechnung verglichen werden. Bei Unstimmigkeiten können die Beträge innerhalb von vier Wochen nach Eingang der Rechnung reklamiert werden.

C-Karte: Auch eine Kontokarte, früher EC-Karte und heute Girocard genannt, sollte im Reisegepäck sein. Inhaber von Bankkundenkarten müssen sich weltweit keine Sorgen machen, sagt Beller. Sie können sich fast überall Geld aus dem Automaten ziehen oder auch mit der Karte zahlen. Nach Verbandsangaben ist das bargeldlose Bezahlen mittlerweile an etwa neun Millionen elektronischen Kassen von Hotels, Tankstellen, Geschäften und Restaurants auf der ganzen Welt mit Bankkundenkarte und der persönlichen Geheimzahl möglich.

Kosten: Die Kosten für eine Kartenzahlung oder das Geldabheben mit Karte sollte der Urlauber noch vor der Reise bei seiner Hausbank erfragen, empfiehlt Beller. „Sonst kann die Überraschung groß sein”, warnt Nauhauser. Teilweise arbeiten die Banken zusammen. Bei Kooperationsbanken im Ausland sei das Abheben meist günstiger. Außerdem sei es sinnvoll, bei jedem Abheben gleich einen größeren Betrag zu ziehen. So werden insgesamt weniger Gebühren fällig.

Roth warnt: Nicht nur die Kreditkartenfirma erhebt je nach Land eine Gebühr. Auch die Aufsteller von Automaten ziehen teilweise noch eine zusätzliche Gebühr ein. „Das bekommt man aber angezeigt.” Zudem bieten einige Banken auch Karten an, mit denen man im Ausland, ohne eine Gebühr zu zahlen, an sein Guthaben kommt.

Reiseschecks: „Reiseschecks haben sich ein wenig überlebt”, sagt Beller. Aber in abgelegenen Gebieten von Afrika, Südamerika oder Asien oder auf langen Reisen sollten auch sie im Gepäck sein - als eine Art Versicherung. Schließlich werden sie bei Verlust oder Diebstahl ersetzt. „Für einen normalen Touristen, der sich in Hotels und Städten bewegt, sind sie aber nicht mehr notwendig.”

Dennoch sind Reiseschecks bequem. „Reiseschecks bekommt man praktisch überall eingelöst”, erklärt Roth. Man sollte aber auf die Stückelung achten und nicht nur große Beträge mitnehmen, um anpassen zu können, wie viel Geld man umtauscht - damit man nicht so viel zurücktauschen muss. „Wenn Reiseschecks übrig bleiben, kann man die entspannt bis zum nächsten Urlaub aufheben.” Wichtig sei allerdings, die Quittung getrennt aufzubewahren. Denn gegen Vorlage der Quittung bekommt jeder Ersatz für einen vermeintlich gestohlenen Reisescheck.

EC-Karte vor Reise prüfen

Zum Jahreswechsel waren Millionen EC-Karten einiger Banken und Sparkassen als nicht lesbar zurückgewiesen worden. Der Chip konnte die Jahreszahl 2010 nicht erkennen. Die Karten der meisten Kunden sind zwar bereits einsatzbereit. Wer seine Karte seit dem Jahresanfang aber noch nicht eingesetzt hat, sollte sie sicherheitshalber vor der Reise am Automaten prüfen lassen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert