Stornierungsrecht für Russland-Reisen

Von: Florian Sanktjohanser, dpa
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Frankfurt/Main. Urlauber können Reisen in die von Wald- und Torfbränden betroffenen Gebiete Russlands nun in der Regel kostenlos stornieren.

Entscheidend für das Kündigungsrecht wegen höherer Gewalt sei die Frage, ob die Reise erheblich beeinträchtigt ist, erklärte der Reiserechtsanwalt Martin Bollert aus Frankfurt dem dpa-Themendienst. „Ein Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amts für eine Region ist grundsätzlich ein starker Hinweis darauf, dass eine Gefahr für den Reisenden und höhere Gewalt anzunehmen sind.” Allerdings dürfe die Gefahr zum Zeitpunkt der Buchung nicht vorhersehbar gewesen sein.

Das Auswärtige Amt (AA) in Berlin rät seit Freitag von Reisen in die betroffenen Gebiete Russland ab, die nicht unbedingt erforderlich sind. Besonders Reisende mit Atemwegserkrankungen wie Asthma und Kinder sollten die Gebiete meiden, in denen wegen der Brände die Luftverschmutzung stark erhöht ist.

„Soweit eine Gesundheitsgefährdung besteht, ist eine Reise sicher nicht zumutbar”, sagte Bollert. Ob der Veranstalter einen Anspruch auf eine Entschädigung für bereits erbrachte Leistungen hat, hänge vom Einzelfall ab. In der Vergangenheit hätten die Gerichte aber meist entschieden, dass der Veranstalter vor Beginn der Reise noch keine Leistungen erbracht hat. „In der Regel wird man also kostenfrei von der Reise zurücktreten können”, sagte Bollert.

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