Sonne tanken in Südspanien

Von: Horst Heinz Grimm, dpa
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Rota, Spanien
Viel Platz zum Sonnenbaden: In Rota finden Urlauber einen breiten Strand ohne viel Touristentrubel. Foto: dpa

Rota. Noch gilt die Kleinstadt Rota an der Costa de la Luz als Geheimtipp für einen stressfreien Urlaub im Süden Spaniens. Es fehlen die hässlichen Bettenburgen an der Küstenpromenade, überlaufene Massendiscos und Sauftempel. Dafür gibt es einen kilometerlangen Sandstrand mit sauberem Wasser, eine ansehnliche Promenade und Pinienwälder mit hölzernen Wanderwegen. Aktivurlaubern bieten sich zudem viele Sportmöglichkeiten und eine gute Golfanlage.

„Rota hat fast 30 000 Einwohner, im Sommer verdreifacht sich die Zahl”, sagt Pilar Ruiz Rodriguez-Rubio vom Tourismusamt der Stadt. Noch haben die Spanier dieses kleine Paradies an der Atlantikküste im Südwesten Andalusiens fest in ihrer Hand. Doch von Jahr zu Jahr wächst der Anteil der ausländischen Gäste, die derzeit ein knappes Viertel ausmachen. Fast die Hälfte davon kommen aus Deutschland.

Angel Escudero, ein Feriengast, hat sich über die historische Vergangenheit Rotas informiert. „Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts hielten die Mauren die Stadt besetzt, dann eroberten sie die Spanier zurück. Deren Burg bauten die Eroberer zu ihrem Sitz aus, heute gehört dieses Kastell der Stadtverwaltung”, erzählt er. Der Festung gegenüber liegt die Nuestra Señora de la O aus dem 16. Jahrhundert. Das Innere der Kirche ist wegen seines typisch spanischen Dekorationsstils der Spätgotik und Frührenaissance sehenswert.

Der Platz vor dem Gotteshaus ist für viele Besucher der schönste der Stadt. Dies liegt möglicherweise an einer urigen Kneipe, die vor einer mittelalterlichen Kulisse Tapas und Sherry anbietet. In den kleinen Leckereien sind hier an der Küste meist Fisch und Meerestiere verarbeitet. Die Zutaten kommen frisch aus dem Atlantik.

„Eine unserer Spezialitäten ist Urta a la roteña, eine Meerbrasse mit Gemüse aus dem Backofen”, erklärt Pilar Ruiz. Probieren sollte man auch Arranque roteño, das Weiche vom Weißbrot mit zerkleinerten Tomaten, Pfefferschoten, Knoblauch, Salz und Olivenöl vermischt. „Schmeckt wie Gazpacho, aber ohne Wasser und Zwiebel.”

Das Ehepaar Berger aus Düsseldorf schätzt Rota vor allem wegen der ausgezeichneten Golfmöglichkeiten. Im Costa Ballena Golfclub gebe es einen der besten Plätze Europas, schwärmen beide. Der spanische Profigolfer José Maria Olazábal hat die Anlage mit 27 Löchern nahe der Küste entworfen. Sie liegt in einem 400 Hektar großen Tourismuskomplex, der unter strengen Umweltauflagen entstand. Keines der Gebäude darf höher als drei Stockwerke sein, die Gesamtbebauung der Fläche ist auf ein Viertel beschränkt.

Rad-, Reit- und Wanderwege durchziehen die Umgebung von Rota. Ein naturbelassener Küstenpark am Ende der Strandpromenade lockt mit einer Besonderheit: Hier lassen sich Chamäleons in freier Natur beobachten. Die Reptilien stehen unter Naturschutz.

Ein Teil dieser andalusischen Kleinstadt ist für Touristen gesperrt. In Sichtweite der Strände unterhalten Spanien und die USA eine gemeinsame Marinebasis, eine wichtige Einnahmequelle für das Rathaus. Urlauber finden es immer wieder ein faszinierendes Spektakel, wenn die grauen Kriegsschiffe vorbeiziehen. Unter ihnen ist auch der spanische Flugzeugträger „Principe de Asturias”.

Urlauber aus dem Norden Europas reisen besonders gern im Frühjahr und im Herbst an die dann wenig bevölkerten Strände. Die Küste bekommt 3200 Sonnenstunden im Jahr ab. Im Hochsommer kommen die Spanier, von denen viele hier Ferienwohnungen besitzen. Denn im Juli und August kann es für Nordlichter fast unerträglich heiß werden.
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