Skiurlaub in Innsbruck und seinen Feriendörfern

Von: Juliane Matthey, ddp
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Die Patscherkofelbahn: Nur wenige Schritte von der Innsbrucker Altstadt entfernt startet eine Standseilbahn, deren Stationen sich wie organisch gewachsen weißglänzend an den Hang schmiegen und an die Strukturen von Gletschern erinnern - ein passender Übergang von der Stadt- in die Bergwelt. Foto: ddp

Innsbruck. Nur wenige Schritte von der Innsbrucker Altstadt entfernt startet eine Standseilbahn, die uns auf die Nordkette bringt, einen der Hausberge der Stadt.

Das Skigebiet ist überschaubar, die Bahn umso beeindruckender: Die britische Stararchitektin Zaha Hadid baute sie 2004; die Stationen, die sich wie organisch gewachsen weißglänzend an den Hang schmiegen, sollen an die Strukturen von Gletschern erinnern - ein passender Übergang von der Stadt- in die Bergwelt.

Oben am Hafelekar auf 2260 Metern angekommen, entfaltet sich an Tagen wie dem heutigen, einem sonnig-kalten Freitag, ein atemberaubendes Panorama, nicht nur über die 120.000-Einwohner-Stadt, sondern auch über das umliegende Inntal und Karwendelgebirge. Kaum zu glauben, dass wir vor einer halben Stunde noch vor dem Goldenen Dachl standen. An schönen Tagen nutzen Hunderte ihre Mittagspause oder den frühen Feierabend, um auf die Nordkette zu fahren. Doch auch Touristen können die Nähe dieses kleinen Skigebietes mitten in der Stadt nutzen: Wer morgens etwa in Berlin Richtung Innsbruck abhebt, kann schon mittags oben am Hafelekar auf den Brettern stehen.

Doch die Stadt hat weitaus mehr zu bieten als ihre Hausberge Nordkette, Patscherkofel und Muttereralm. Einige der schönsten Skigebiete Tirols liegen keine Autostunde entfernt. Nach einem ersten Tag voller Natur und Kultur, an dem uns der Weg auch in die Hofkirche führte, wo 28 Respekt einflößende, überlebensgroße Bronzefiguren seit 500 Jahren über das Grab Kaiser Maximilians I. wachen, fahren wir am nächsten Tag ins benachbarte Sellraintal.

Dort liegt auf 2020 Metern Tirols höchster Skiort: Kühtai. Wo sich einst nichts als Kuhalmen befanden, reihen sich heute Hotels, Pensionen und Skiverleihe aneinander. Kühtai ist ein künstlicher Ort, ganz auf den Skitourismus ausgerichtet, und doch hat er Charme. Keine riesigen Hotelblocks oder Après-Ski-Schuppen stören das Bild. Hier ist Skifahren die Hauptsache, und das kann man direkt von der Haustür aus: Zahlreiche Sessel-, Schlepp- und Gondellifte bringen uns die beiden Hänge des Talkessels hinauf, und dank der Unterführungen, durch die man unter der Dorfstraße hinweggleiten kann, müssen wir nicht einmal die Skier abschnallen, um vom zugigen, aber noch schneesicheren Nord- auf den sonnigen Südhang zu wechseln.

Das älteste Haus im Ort ist das Jagdschloss, 1624 dort erbaut, wo schon Kaiser Maximilian I. jagte. Hier empfängt uns der heutige Hausherr, Christian Graf zu Stolberg-Stolberg, ein Ururenkel des österreichischen Kaisers Franz-Josef. Sein Vater wandelte das Haus 1952 in ein gediegenes Luxushotel um; seit 2004 führt der Sohn die Tradition fort. Nach einem anstrengenden Skitag in Kühtai, an dem wir versuchten, möglichst alle 44 Pistenkilometer zu erobern, geht es mit dem Skibus weiter ins acht Kilometer entfernte Ochsengarten.

Hier beginnt das Skigebiet von Hochoetz, mit dem Kühtai seit Anfang der Saison einen Verbund bildet. Attraktiv daran ist vor allem die Abwechslung. Im überschaubaren Familienskigebiet Hochoetz führen viele der eher verstreuten Pisten durch den Bergwald, während man in Kühtai oberhalb der Baumgrenze undurchbrochen weiße Hänge hinunterfährt und dabei immer den Überblick behalten kann.

Sehr anders als Kühtai ist auch der Ort Oetz, eine im weiten Eingang zum Ötztal gelegene, jahrhundertelang gewachsene Gemeinde. Gediegen lassen sich hier die Skitage ausklingen, so auch der letzte Abend unseres Skiwochenendes im Gasthof Stern mit seiner deftigen Tiroler Küche und der üppigen Fassadenbemalung, die sogar noch ein paar Jahre älter ist als das Jagdschloss Kühtai.

Am liebsten würde man noch ein paar Tage bleiben, noch an einer geführten Schneeschuhwanderung in Kühtai teilnehmen, einen Abstecher in die Ötztaler Après-Ski-Hochburg Soelden machen oder in Oetz das Turmmuseum besuchen, in dem die private Bergkunst-Sammlung eines kunstbessenen Oetzer Privatmannes ausgestellt ist. Doch der Alltag ist nur noch eine halbstündige Autofahrt und einen kurzen Flug entfernt - leider, ist man versucht zu sagen. Doch wir wissen auch, dass wir schnell wiederkommen können.
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