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Sicher auf Tour: Der Motorradurlaub muss gut vorbereitet sein

Von: Sebastian Stoll, dapd
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Köln. Raus aus dem Alltag und ab auf die Maschine - für viele Motorradfahrer ist der Sommerurlaub die ideale Gelegenheit, ihr gewohntes Umfeld hinter sich zu lassen und in die Ferne zu schweifen. Allerdings müssen gerade lange Fahrten gut vorbereitet werden.

So sollte das Gefährt zu Reisebeginn in hervorragendem Zustand sein und die Fahrt selbst gründlich geplant. Denn Motorradfahrer, die keine Knautschzone besitzen, riskieren bei jeder Fahrt mehr als ein Autofahrer.

Vor jeder Reise Reifen, Licht und Bremsen überprüfen

Erster Ansatzpunkt bei der Überprüfung des Fahrzeuges sind die Reifen. Wie Markus Klein, Motorradexperte vom TÜV Rheinland in Köln, erläutert, liegt die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe bei 1,6 Millimetern. „Deswegen ist eine ausreichende Tiefe vor dem Start sehr wichtig. Wenn man viel fahren will, muss das Profil schon gute fünf Millimeter betragen”, sagt er.

Hat das Motorrad vorher lange in der Garage gestanden, muss man sich zudem vergewissern, dass die Reifen durch die trockene Umgebung nicht rissig geworden sind oder verhärtet. Wie bei einem Auto muss man vor einer längeren Fahrt auch den Luftdruck überprüfen. „Der korrekte Wert ist bei jedem Modell verschieden und steht im Bordbuch.” Wenig Aufwand bedeute es auch, alle Elemente der Beleuchtungsanlage durchzuschalten, erläutert Klein.

„Hier sollte man auch überprüfen, ob das Licht nach der Lockerung eines Elements wieder ausgeht. Gerade wenn man ein Motorrad länger nicht benutzt hat, kann ein Schalter schnell mal einrasten, ohne dass man es will”, sagt Klein. Komplizierter als die Prüfung von Licht und Reifen ist eine korrekte Einschätzung der Bremskraft.

Wer auf diesem Gebiet kein Experte sei, sollte daher vor einer längeren Fahrt diesen Teil des Motorrades immer in der Werkstatt überprüfen lassen, rät er: „Auch die Qualität der Bremsflüssigkeit kann man nicht mehr ohne weiteres einschätzen. Früher hieß es ja: Je heller, desto frischer - aber da viele Flüssigkeiten inzwischen künstlich gefärbt sind, kann man das nicht mehr so pauschal sagen.”

Die meisten Motorräder tragen nur geringe Lasten

Haushalten müssen Motorradreisende beim Gepäck. Zwar gibt es laut TÜV-Rheinland-Experte Markus Klein Koffersysteme und Tankrucksäcke, die zusätzlichen Stauraum bieten. „Aber die erlaubte Zuladung ist bei vielen Motorrädern erstaunlich niedrig, gerade auch bei Maschinen, von denen man das nicht erwartet.” 170 Kilogramm seien hier durchaus nicht ungewöhnlich, sagt Klein - Fahrer und eventuellen Beifahrer mit eingerechnet.

Grundsätzlich gelte beim Packen, dass schwere Gegenstände nach unten gehören, da sonst das Motorrad durch einen veränderten Schwerpunkt nur schwer zu beherrschen ist. „Aber auch so ändert sich das Fahrverhalten. Die Maschine wird bei der Beschleunigung schnell instabil und empfindlich gegen Seitenwind. Auch der Bremsweg kann sich durch das höhere Gewicht verlängern”, sagt Klein. Deswegen müsse man besonders umsichtig und vorausschauend fahren.

Die Änderungen des Fahrverhaltens durch das zusätzliche Gepäck sollte berücksichtigen, wer einen Begleiter mitnehmen will. „Ist das Motorrad bepackt, wird es dort auch enger. Man hat den Beifahrer dicht auf der Pelle und muss deswegen beim Bremsen aufpassen”, erläutert Klein. Fahre ein Begleiter mit, beeinflusse er zudem selbst das Verhalten des Fahrzeugs - je erfahrener er sei und je mehr er mitarbeite, desto einfacher habe es der Fahrer.

„Deswegen sollte man sich auch immer gut überlegen, wen man auf welcher Strecke mitnimmt. 600 Kilometer Autobahn mit einem ungeübten Beifahrer fordern richtig. Und zwar beide”, sagt Klein.
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