Hamburg - Schlafen in der Schiffsmitte: Tipps für die erste Kreuzfahrt

Schlafen in der Schiffsmitte: Tipps für die erste Kreuzfahrt

Von: Hilke Segbers, dpa
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Kreuzfahrt
Besuch auf der Brücke: Wie hier auf der „MS Hanseatic” lassen sich Kapitän und Offiziere auch mal von den Passagieren über die Schulter schauen. Foto: dpa

Hamburg. An Bord eines Kreuzfahrtschiffes ist vieles anders als an Land. Wer zum ersten Mal Urlaub auf See macht, muss sich daher zunächst einmal an die eine oder andere Besonderheit gewöhnen. Hier ein kleines Bord-Einmaleins.

BORDKARTE: Sie ist der Zimmerschlüssel, der Ausweis und auch das Zahlungsmittel. Oft ist darauf ein Foto vom Gast zu sehen, das beim Einchecken aufgenommen wird. Bei Landausflügen wird mit der Bordkarte aus- und eingecheckt. So weiß der Kapitän vor der Weiterfahrt, ob alle seine Schäfchen wieder an Bord sind.

PASS: Den wird der Gast am Anfang einer Reise los und bekommt ihn erst am Ende wieder. Das vereinfacht den Reedereien beim Anlaufen fremder Länder die Formalitäten.

SINGLETREFFEN: Auf fast jedem Kreuzfahrtschiff bekommen Alleinreisende eine Einladung zum Treffen der Singles. Das ist kein Verkupplungsabend von Seiten der Reederei, sondern soll Passagieren helfen, die alleine reisen, aber gerne Kontakte an Bord hätten.

GESETZTE ESSEN: Auf vielen Schiffen gibt es immer noch gesetzte Essen an großen Tischen. Das hat den Vorteil, dass es keine Drängelei am Büfett gibt - und den Nachteil, dass die anderen Gäste am Tisch Überraschungen sind. Es gibt aber einen Fluchtweg: Bei Nichtgefallen reicht ein Hinweis an den Oberkellner, um umgesetzt zu werden.

VERPACKTE LEBENSMITTEL: Vor allem bei Reisen durch amerikanische Gewässer darf keine offene Milch, kein loser Zucker oder Butter auf den Tischen stehen. Die US-Lebensmittelbehörde ist so streng, dass manche Schiffe in der Karibik vorsorglich die Deko-Palmwedel vom Büfett über Bord werfen, bevor die Beamten das Schiff betreten.

SCHIFFSARZT: Traumjobs wie den des Dr. Horst Schröder vom ZDF-„Traumschiff” gibt es wenige - nur die großen Reedereien und Schiffe haben fest angestellte Mediziner an Bord. Viele Ärzte auf Kreuzfahrtschiffen haben eine eigene Praxis an Land und kommen nur in ihrem Urlaub zum Einsatz an Bord. Dort gehören sie aber in dieser Zeit zur Besatzung. Ähnlich läuft es mit den Seelsorgern an Bord.

SCHIFFSSCHAUKELN: Das Schiff schaukelt auch nachts. Einige Passagiere können dabei hervorragend schlafen, andere weniger. Wer den Wellengang nicht so kräftig spüren möchte, sollte eine Kabine in der Schiffsmitte buchen, wo das Auf und Ab am wenigsten spürbar ist.

MOTORENBRUMMEN: Ein Schiff hat einen Dieselantrieb, und das hört man oft auch, selbst bei teuren Schiffen und besonders deutlich am Heck. Wer ruhig schlafen möchte, sollte eine Kabine am Bug buchen.

DURCHBLICK: Auf jedem Deck gibt es einige Kabinen, die ein wenig preisgünstiger sind als die anderen - und das hat seinen Grund. Meist haben sie eine Sichtbehinderung. Wer also Wert darauf legt, aus dem Fenster auf den Horizont und nicht auf das Rettungsboot zu sehen, bucht diese Kabinen besser nicht. Auch in der Nähe von Aufzügen und Eismaschinen kann es geräuschvoll werden.

ABENDKLEIDER: Noch vor 15 Jahren hieß es „No Shorts” selbst zum Frühstück. Inzwischen haben viele Schiffe ihre Kleiderordnung stark gelockert. Selbst auf Luxusschiffen ist oft nur noch bei jedem dritten oder vierten Dinner Abendgarderobe erwünscht. Shorts und ärmellose T-Shirts zu den Mahlzeiten sind aber immer noch keine angebrachte Garderobe an Bord - und eigentlich auch nicht an Land.

SCHUHE: Auch wenn sie noch so sexy sind: Hohe Hacken sind auf hoher See fehl am Platz. Nicht weil sie kleine Löcher in den Holzplanken hinterlassen, die gibt es kaum noch. Sondern weil der Seegang meist zu etwas breitbeinigem Gang verleitet und man auf hohen Absätzen eher den Halt verliert als in Slippern. Auch für den Landgang ist ein bequemer, rutschfester Schuh besser: Die Reling ist oft glatt und steil, und Hafengegenden sind auch keine Einkaufszentren.

EARLY BIRD: So werden die Gäste genannt, die den Sonnenaufgang an Deck bewundern kommen. Für sie hält die Crew jeden Morgen Kaffee und Tee bereit, vielleicht auch noch ein süßes Gebäckteil. Hier findet man schnell Anschluss unter Gleichgesinnten.

FÜNF MAHLZEITEN: Sind an Bord die Regel. Keine Sorge, Sie schaffen das. Es muss an der appetitanregenden Seeluft liegen.

MITTERNACHTSBÜFETT: Ist heute kein großes Gelage mehr, sondern mehr ein Snack. Oft steht dort eine Käseplatte oder eine herzhafte Suppe. Aber auch hier gilt: Sie schaffen das - wenn Sie die Seeluft nicht schon ins Bett befördert hat.

SEEKRANKHEIT: Ist auf den Kreuzfahrern dank moderner Technik nicht mehr so verbreitet. Aber wenn der Kreislauf schlapp macht: Hinlegen und Anisschnaps trinken. Eingelegter Ingwer soll auch helfen. Es gibt noch rund 1000 weitere Tipps.

RUSS: Wer weiße Segeltuchschuhe und weiße Baumwollhosen einpackt, sollte wissen: Optisch perfekt für eine Seereise, aber damit bitte niemals ans Heck geben. Aus den Schornsteinen fliegen ständig kleine Rußpartikel, die dann auf den Deckchairs und Tischen liegen. Auf der Kleidung hinterlassen sie schwarze Striche, die sehr schwer wieder herauszuwaschen sind.

TRINKGELDER: Sind Pflicht, und großzügig sollten sie auch sein. Ein Zehner auf dem Kopfkissen ist auf einem Kreuzfahrtschiff nie genug. Viele Servicekräfte leben von den Trinkgeldern. Die Reederei verrät gerne, welche Summe für wen angebracht ist. Mitunter wird sogar ein Abbuchungsservice von der Bordkarte angeboten. Und selbst wo „Trinkgeld inklusive” in den Reisebroschüren steht, ist ein anständiger Obolus für das Zimmermädchen, den Lieblingssteward, den Weinkellner und den Oberkellner gern gesehen.

KOFFER VOR DER TÜR: Auf Schiffen ist es üblich, in den späten Abendstunden vor dem Abreisetag die fertig gepackten Koffer vor die Kabine zu stellen. Diese werden über Nacht eingesammelt und zu den Transferbussen gebracht. Das heißt: Platz im Handgepäck lassen für das Nachthemd und die Zahnbürste!
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