Reiselust in NRW ist ungebrochen

Von: ddp-Korrespondentin Anja Kühner
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Die Gewässer in Europa werden immer wärmer. Foto: dpa

Düsseldorf. Wenige Tage vor Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen ist in den Reisebüros von der Finanz- und Wirtschaftskrise nichts mehr zu spüren. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur ddp.

Stefan Suska vom Duisburger Reiseveranstalter Alltours freut sich: „Die Urlaubsbuchungen sehen gut aus.” Vor allem im Last-Minute-Bereich habe sich einiges getan, nachdem die Sommer-Buchungen aufgrund von Aschewolke und Griechenland-Krise eher verhalten gewesen seien. Seit Ende Juni gingen die Buchungszahlen allerdings nach oben, sagt Suska. Vor allem die Türkei und Mallorca seien stark nachgefragt. Auf die Kanaren wurde das Flugangebot sogar ausgeweitet: Ab Ferienbeginn in NRW fliege eine Chartermaschine mehr pro Woche von Köln nach Fuerteventura. „Binnen einer Woche war der komplette erste Flieger ausgebucht”, berichtet Suska.

Als „zufriedenstellend” bezeichnet Dietmar Broll vom Reisebüro Travelline in Herten die Buchungssituation. „Last-Minute könnten wir mehr verkaufen”, räumt Broll ein. Kämen Kunden mit Wunschhotels und Wunschreiseveranstalter zu ihm, seien diese oft nicht mehr zu bekommen. Das sommerliche Wetter der vergangenen Woche hat laut Broll keinen Einfluss auf das Reise- und Buchungsverhalten: „Die Leute wollen einen Tapetenwechsel und an den Strand, egal wie sonnig es zu Hause ist.”

Emil Schniewind vom gleichnamigen Reisebüro in Köln spürt ein verändertes Buchungsverhalten aufgrund der Fußball-Weltmeisterschaft. „Die Leute haben abgewartet, wie weit die deutsche Mannschaft kommt”, sagt er. Insgesamt werde kurzfristiger gebucht, zwei bis vier Wochen Vorlauf seien normal. Außerdem zwinge das aktuelle Sommerwetter in Deutschland nicht dazu, überhaupt wegzufahren. Auch seien die näher gelegenen Küsten in Holland, Belgien, Nord- und Ostsee oft ausgebucht.

Auch das Düsseldorfer Reisebüro Hess liegt bei den Buchungszahlen gleichauf mit den Vorjahren. Allerdings hätten die Kunden inzwischen bemerkt, dass es keine Last-Minute-Schnäppchen mehr gebe, sagt Andreas Kretschmann. „Seit etwa drei Jahren ist das klassische Last-Minute vom Markt und die Veranstalter boxen das konsequent durch”, sagt der Leiter Touristik bei Hess. Daher gebe es bei Hess auch kaum kurzfristige Anfragen. „Wer das ultimative Schnäppchen sucht, der geht direkt zum Flughafen”, sagt Kretschmann.

Durch den schwachen Euro müssten vor allem Reisende in den asiatischen Raum mit höheren Preisen rechnen. Einige Veranstalter konnten laut Kretschmann die Katalogpreise nicht halten und haben die Hotelraten um bis zu 30 Prozent erhöht. Dies betreffe vor allem Hotels in Australien und die großen asiatischen Städte wie Singapur und Hongkong.

Der Sprecher beim Deutschen Reiseverband, Torsten Schäfer, verweist auf die aktuellen Zahlen des ADAC-Reisemonitors, wonach für die Reisemonate Mai bis Oktober ein Umsatzplus von sechs Prozent vorliege. Ob dies auf eine größere Anzahl an Buchungen zurückzuführen sei oder ob sich ein Trend zu höherpreisigen Reisen manifestiere, könne er nicht sagen.

Nach der Fußball-Weltmeisterschaft erwartet Schäfer einen Schub an Spätbuchern. Last-Minute-Bucher seien inzwischen keine Schnäppchenjäger mehr. „Die kurzfristige Buchung ist den beruflichen Lebensumständen geschuldet”, sagt Schäfer. Trotzdem wollten die Reisenden vor Ort keine Abstriche beim Komfort hinnehmen und seien daher weniger preissensibel. Wegen der in diesem Jahr gesenkten Kerosinzuschläge zögen auch die Buchungszahlen für Fernreisen wieder an.
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