Pferdetrekking: Urlaub hoch zu Ross

Von: Elke Gersmann, ddp
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Pferd Trekking Reise
Auf dem Rücken eines Pferdes Landschaften und Natur zu erkunden, kann Spaß machen und erlebnisreich sein - sofern man sich nicht selbst überschätzt und es sich um einen gut organisierten und verantwortungsvollen Anbieter handelt. Foto: ddp

Bonn. Auf dem Rücken eines Pferdes Landschaften und Natur zu erkunden, kann Spaß machen und erlebnisreich sein - sofern man sich nicht selbst überschätzt und es sich um einen gut organisierten und verantwortungsvollen Anbieter handelt.

„Für ein Pferdetrekking über mehrere Stunden oder Tage sollten Mensch und Tier über eine ausreichende Kondition verfügen”, betont Elke Deininger, Tierärztin und Pferdeexpertin beim Deutschen Tierschutzbund in Bonn.

Besonders zu Beginn der Saison, beispielsweise im Frühjahr, seien manche Pferde noch gar nicht fit genug, weil sie längere Zeit keine Touren gegangen seien. Besser ist es, wenn die Tiere schon im Winter genügend Bewegung haben und nicht die meiste Zeit in einer Box verbringen. „Das ist auch für den Reiter von Vorteil, da die Pferde dann an Umweltreize gewöhnt sind und seltener scheuen”, sagt Deininger.

Die Anbieter sollten mit geländegängigen Rassen arbeiten wie beispielsweise Haflingern, die ruhig und trittsicher sind, oder Freibergern. Das Wanderreiten mit Islandpferden sieht Deininger eher kritisch: „Diese kleinen Pferde sollten nicht zu viel Gewicht tragen, ein Mann kann bei längeren Touren für sie zu schwer sein.” Denn die Robustheit der Islandpferde hat ihre Grenzen. In ihrer Heimat werden sie zwar auch als Arbeitspferde eingesetzt. Allerdings sind Isländer in der Regel mit zwei Pferden unterwegs, auf denen abwechselnd geritten wird.

Laut Deininger ist es kein gutes Zeichen, wenn nur junge Pferde vorhanden sind: „Das kann darauf hinweisen, dass die Tiere sehr oft ausgetauscht werden.” Darüber hinaus seien ältere Pferde erfahrener, was besonders für ungeübte Reiter von Vorteil ist. Wer sich spontan vor Ort entschließt, eine Tour zu machen, sollte sich vor der Buchung den Zustand der Pferde ansehen. Sind sie abgemagert und sind die Muskeln nicht gut ausgebildet, ist es ratsam, vom Ausritt Abstand zu nehmen. Bei längeren Touren sollten Interessierte nachfragen, ob für die Pferde genügend Pausen eingeplant sind. „Gut ist es, wenn bestimmte Haltepunkte angesteuert werden, an denen sie sich frei bewegen können.”

Trailführer sollten genauso erfahren sein wie die Pferde. In Deutschland können sie bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung eine Prüfung ablegen und ein Zertifikat erhalten. Im Ausland sollte man einen Anbieter wählen, der mit ausgebildeten Trailführern zusammenarbeitet, die wissen, wie man ein Hufeisen anschlägt, und Erste Hilfe für Mensch und Tier leisten können. „Einen verantwortungsbewussten Veranstalter erkennt man daran, dass er gut informiert und sich nach den vorhandenen Reitkenntnissen erkundigt”, sagt Deininger.

Man selbst sollte sich ebenfalls nicht zu viel zumuten. Die Expertin rät Unerfahrenen für den ersten Trailritt zu einer maximal 20 Kilometer langen Tour. Diese sollte über öffentliche, gut ausgebaute Wege führen.

Beim Wanderreiten über mehrere Tage sind ausreichend Packtiere wichtig. Neben Pferden werden dafür Esel eingesetzt. Dem als Lastentier bekannten stämmigen Vierbeiner werde dabei manchmal einiges zugemutet, kritisiert Deininger: „Wenn ein Esel 40 Kilogramm schweres Gepäck tragen muss, dann ist das Tierquälerei.”
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