Pauschalreise umbuchen: Kunden auf Kulanz angewiesen

Von: dapd
Letzte Aktualisierung:

Halle. Es kann verschiedene Gründe geben, warum jemand eine Pauschalreise zu einem anderen Ziel oder auf einen alternativen Termin umbuchen möchte. Geschieht das nicht aufgrund von Reisewarnungen, sondern aus rein persönlichen Gründen, ist man auf die Kulanz des Reiseveranstalters angewiesen.

Ein Recht darauf hat man nicht. „Für eine Umbuchung muss der jeweilige Veranstalter kontaktiert und dessen Zustimmung eingeholt werden”, sagt Bettina Dittrich, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt. Das kann man persönlich oder über das Reisebüro machen. Geschehe dies nicht, laufen Betroffene Gefahr, für die ursprüngliche Reise hohe Stornierungsgebühren zahlen zu müssen.

Kosten für die Umbuchung

Ist der Reiseveranstalter einverstanden, stellt er in der Regel Umbuchungsgebühren in Rechnung. „Diese dürfen nicht höher sein, als die anfallenden organisatorischen Kosten”, erläutert Dittrich. Als „angemessen” gilt laut Verbraucherzentrale Berlin eine Pauschale von 30 Euro. Rechtsexpertin Dittrich rät zudem, einen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zu werfen. Die Gebühren dürfen nur berechnet werden, wenn dieses laut AGB vorgesehen ist.

Da Umbuchungen nicht gesetzlich geregelt sind, empfiehlt die Expertin, sich die Zustimmung vom Reiseveranstalter bestätigen zu lassen. Sonst werde man vielleicht böse überrascht, weil der Veranstalter die Änderung letztlich doch als Rücktritt und gleichzeitige Neuanmeldung einstufe. AGB-Bedingungen, wonach bei einer Einigung auf ein neues Ziel oder einen neuen Zeitraum Stornogebühren anfallen, seien in der Regel unwirksam - vorausgesetzt man hat eine schriftliche Bestätigung, die dieses beweist.

Ersatzperson stellen

Wenn die Reise überhaupt nicht angetreten wird und die Reiserücktrittsversicherung dafür nicht greift, rät die Expertin dazu, eine Ersatzperson zu stellen: „Dieses ist gesetzlich geregelt und bis zum Reisebeginn ohne Angabe von Gründen möglich.” Der Veranstalter dürfe die Ersatzperson nur ablehnen, wenn sie besondere Reisevoraussetzungen, beispielsweise vorgeschriebene Impfungen, nicht erfülle. In der Regel fallen auch dann verwaltungsbedingte Mehrkosten an, zum Beispiel für die Ausstellung einer neuen Reisebestätigung und eines Flugtickets. Die Ersatzperson geht den Reisevertrag mit allen Rechten und Pflichten ein, sie haftet damit auch für die Zahlung des gesamten Reisepreises.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert