Köln/Weeze - NRW-Flughäfen büßen Passagiere durch Abgabe ein

NRW-Flughäfen büßen Passagiere durch Abgabe ein

Von: dpa
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Köln/Weeze. Die Feierlaune bei vielen Flughafenbetreibern ist vorbei. Etliche Airports sehen sich in ihrem Passagierwachstum gehemmt. Schuld soll die Luftverkehrsabgabe sein. In Nordrhein-Westfalen macht sich die Steuer vor allem am niederrheinischen Flughafen Weeze bemerkbar.

Die Luftverkehrsabgabe macht den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen zu schaffen. Durch die Einführung der ökologischen Abgabe haben die Flughäfen Weeze, Köln/Bonn und Düsseldorf nach eigenen Angaben Passagiere eingebüßt. Empfindlich getroffen ist der niederrheinische Flughafen Weeze mit einem hohen Anteil an Billigfliegern und niederländischen Passagieren. Der Airport spricht von einem schweren wirtschaftlichen Schaden durch die Abgabe. Alle Flughäfen wollen, dass sie nach der Einführung in diesem Jahr schnell wieder abgeschafft wird.

Der Flughafen Weeze am Niederrhein rechnet damit, dass er bis Jahresende rund 17 Prozent Passagiere verliert und die Zahl auf 2,4 Millionen sackt. Der Verlust von rund 500.000 Passagieren sei ein Effekt aus der Abgabe, stellte ein Sprecher fest. Anbieter wie Ryanair hätten ihr Angebot reduziert, Maschinen seien verlegt worden.

„Wir sind besonders betroffen, weil wir auf der Grenze liegen und über 50 Prozent unserer Kunden kommen aus den Niederlanden”, sagte Sprecher Holger Terhorst in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Da es dort keine entsprechende Steuer gebe, starteten Reisende lieber im eigenen Land. Bei günstigen Tickets mache die Steuer mal schnell 20 Prozent des Preises aus. Von 2007 bis 2010 war Weeze zweistellig gewachsen.

Der Flughafen Köln/Bonn rechnet bis Jahresende ungefähr mit einem Verlust von 400.000 Passagieren durch die Abgabe und peilt 9,6 Millionen Passagiere an. Im innerdeutschen Verkehr mache sich die Luftverkehrsabgabe prozentual am stärksten bemerkbar, sagte Flughafen-Sprecher Walter Römer.

„Für Hin- und Rückflug müssten Fluggäste 16 Euro plus Mehrwertsteuer rechnen. Bei relativ geringen Ticketpreisen macht sich das prozentual enorm bemerkbar”, sagte Römer. Als grenznaher Flughafen mit einem hohen Low-Cost-Anteil sei auch Köln/Bonn von der Abgabe relativ stark betroffen. Die Niederländer kommen nicht mehr. Und Reisende aus dem Aachener Raum könnten auf den Flughafen Maastricht ausweichen. Andere verzichteten ganz auf die Flugreise oder wählten ein anderes Verkehrsmittel.

Die Airlines müssen die Abgabe pro Passagier beim Start in Deutschland bezahlen, und zwar nach Entfernung gestaffelt. Bis 2500 Kilometer einfache Strecke werden 8 Euro fällig, bis 6000 Kilometer 25 Euro und für Langstreckenflüge 45 Euro.

Der Düsseldorfer Flughafen will zwar erstmals in seiner Geschichte die 20 Millionen Passagiermarke in diesem Jahr nehmen, sieht sich aber im Wachstum gebremst. „Wir wären sicher stärker gewachsen ohne Luftverkehrsabgabe”, sagte Sprecher Thomas Kötter. „16 Euro mal eben für eine Kurzstrecke und bis 45 Euro in der Langstrecke - im Privatverkehr macht sich das natürlich bemerkbar”, sagte Kötter. Auch Düsseldorf merkt, dass die Niederländer weg bleiben.

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