Mit Suzie Wong am Strand: Die zehn besten Attraktionen Hongkongs

Von: Frank Rumpf, dpa
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Hongkong
Hier gibt es fast nichts, was es nicht gibt - auf den Straßenmärkten von Central auf Hongkong Island kaufen vor allem die Bewohner der umliegenden Apartmenthochhäuser ein. Foto: dpa

Hongkong. Ein alter Favorit der Globetrotter findet zu neuer Beliebtheit: Hongkong. Die Besucherzahlen waren jüngst wieder glänzend mit zweistelligen Zuwachsraten. Auch die Zahl der deutschen Gäste wuchs 2010 um knapp zehn Prozent.

Denn in der Stadt zählt nicht nur Gigantismus, Hongkong hat sich seinen abwechslungsreichen Charme und noch halbwegs menschliche Dimensionen erhalten. Zehn Höhepunkte, die man nicht verpassen sollte:

Seit 113 Jahren ist eine schaukelnde Fahrt auf den weißgrünen Doppeldeckerfähren durch den Victoria Harbour der ideale Auftakt für einen Hongkong-Besuch. Und dazu günstig: Ein Ticket kostet umgerechnet nicht mal 30 Euro-Cent. Auf der Fähre lässt man sich den Wind um die Nase wehen und genießt den Blick auf die Wolkenkratzerberge von unten, vom Meeresspiegel aus.

Nicht weit vom Fähranleger Central auf Hongkong Island befindet sich eine weitere Touristen-Tradition: die Bergbahn „Peak Tram” hinauf zum 552 Meter hohen Victoria Peak. Vom Fähranleger fährt der Shuttlebus Nr. 15c direkt zum Startbahnhof an der Garden Road (Tickets für Bus und Tram zusammen knapp vier Euro). Der Blick von oben auf die glitzernden Hochhäuser ist noch beeindruckender als vom Schiff aus. Ist es mal nicht diesig, sind auch die andere Uferseite, Kowloon, und die Insel Lantau zu sehen. Für Hongkong ist es ungewöhnlich ruhig, die Luft frisch - kein Wunder, dass der chinesischer Name, Tai Ping Shan, „Berg des großen Friedens” bedeutet und hier oben die koloniale High-Society wohnte. Wem es gefällt, kann den Peak Tower besteigen, ein modernes Vergnügungszentrum mit Aussichtsterrasse, Restaurants und einem Ableger des Wachsfiguren- Kabinetts von Madame Tussauds. Aber vielleicht wäre ein Picknick draußen viel schöner?

Ein weiterer gesellschaftlicher Fixpunkt liegt in Tsim Sha Tsui an der Spitze von Kowloon: Seit über 80 Jahren ist das „Peninsula Hotel” der Platz der Schönen und der Reichen. Die Zimmer im Fünf-Sterne-Haus sind teuer, den berühmten Afternoon Tea kann man sich aber durchaus leisten. Vielleicht ein blumiger Chrysanthemen-Tee oder die Darjeeling-Hausmarke, dazu Scones mit clotted cream? In der großen Lobby spürt man den Geist der alten Zeit, als die Touristen noch mit dem Dampfer anreisten, oder mit dem „China Clipper” von Pan Am, und in der Lobby warteten, bis die Nachmittagshitze abflaute.


Mit Einbruch der Dunkelheit dann aber hinaus auf die Straßen von Kowloon, unter die Neonlichter der Nathan Road! Das ist die Welt aus den Erzählungen über die legendäre Edelhure Suzie Wong, die Welt der Straßenhändler und Spelunken in dunklen Seitenstraßen. Wir besuchen einen chinesischen Doktor: die Niederlassung der fast 400 Jahre alten Kette Beijing Tong Ren Tang an der Cameron Road Nr. 6. Leider spricht die heute anwesende Ärztin nur Katonesisch, man braucht also einen Übersetzer. Aber die Auslagen sind spannend genug - Ingwerpulver zum Vorbeugen von Schnupfen und Ginseng-Kapseln für den Kreislauf sind noch die harmlosesten Angebote.

Zu Fuß weiter zum Nachtmarkt an der Temple Street, täglich bis Mitternacht geöffnet. Es gibt alles, vom Autoradio bis zur Seidenunterwäsche. Warnung aus leidvoller Erfahrung: Die asiatische Kleidergröße „XL” ist eher ein europäisches „M”. Und ob die Markenwaren wirklich echt sind? Ohnehin geht es nicht so sehr um die Schnäppchenjagd als um die Atmosphäre. Und um einen Imbiss an einer der Straßenküchen.

Zum Abschluss des Tages zurück an die Waterkant von Kowloon, zur „Avenue of Stars”, eine Uferpromenade zu Ehren einheimischer Filmstars wie Bruce Lee und Jackie Chan. Aber deswegen sind wir nicht hergekommen: Wir können einfach nicht den Blick von den spektakulären Wolkenkratzern lassen, nun nächtlich erleuchtet.

Nächster Tag: Kein Hongkong-Besuch ohne Spaziergang durch die Straßenmärkte von Central auf Hongkong Island. Hier kaufen die Bewohner der umliegenden Apartmenthochhäuser täglich frisch ihr Abendessen ein, Kühlschränke gibt es in den kleinen Wohnungen meist gar nicht. Obst, Gemüse, Geflügel, Meerestiere - so eine Auswahl wünscht man sich auf deutschen Wochenmärkten!

Aber auch kein Hongkong-Besuch ohne Dim Sum, die kleinen Köstlichkeiten der kantonesischen Küche. Es handelt sich um in Bastkörbchen gedämpfte Teigtaschen gefüllt mit Shrimps, Schweinefleisch oder Gemüse. Seit Jahrzehnten die beste Adresse in Central: das Luk Yu Tea House (24-26 Stanley Street, ab 11.00 Uhr). Möglichst früh hin, der Laden ist beliebt und wird mittags voll.

Und danach, als Kontrastprogramm, ein Ausflug zum Strand. Hongkong verfügt über nicht weniger als 40 offizielle Sandstrände. Der bekannteste liegt an der Repulse Bay, ein ehemaliges Piratennest, von Central in 20 Minuten mit öffentlichen Bussen oder Taxi zu erreichen. Bademeister hinter verspiegelten Sonnenbrillen und auf hohen Stühlen wachen über die Badenden, am Ostende des Strandes stehen bunte Schreine für taoistische Gottheiten. Außerdem: das „Gebäude mit dem Loch” als Durchflugschneise für den angeblich dahinter in den Bergen hausenden Drachen. In der Repulse Bay Arcade verkauft ein kleiner Eisladen Stopfleber- und Hummer-Eiscreme. Muss man mögen.

Zum Schluss der Zeitvertreib Nummer eins im ins Glücksspiel vernarrten Hongkong: Pferderennen. Von September bis April mittwochabends in Happy Valley und am Wochenende in Sha Tin. Auch für Wettneulinge ein Spaß, der Hongkong Jockey Club bietet verschiedene Touristen- Programme, die man reservieren kann (Telefon +852/2316-2151 oder +852/2723-1808). Viel Glück!

Informationen: Hong Kong Tourism Board, Humboldtstraße 94, 60318 Frankfurt, frawwo@hktb.com
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