Mit einer Flugpatenschaft leidenden Tieren helfen

Von: Elke Gersmann, dapd
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Hund oder Katze begleiten den Paten bei Urlaubsende auf dem Rückflug, je nach Größe in der Kabine oder im Frachtraum. Dem Flugpaten entstehen keine zusätzlichen Mühen und Kosten. Foto: dapd

Hamburg/Düsseldorf. Streunende Hunde, verletzte Tiere, um die sich niemand kümmert: Touristen werden in manchen Ländern mit Tierleid konfrontiert. Manche Urlauber möchten gerne helfen. Das können sie zum Beispiel mit einer Flugpatenschaft, durch die Tiere in Deutschland ein neues Zuhause bekommen.

Hund oder Katze begleiten den Paten bei Urlaubsende auf dem Rückflug, je nach Größe in der Kabine oder im Frachtraum. Dem Flugpaten entstehen keine zusätzlichen Mühen und Kosten. Alle notwendigen Vorbereitungen werden von Tierschutzvereinen übernommen, damit der Flugpate am Zielflughafen problemlos die notwendigen Formalitäten erledigen und das Tier wieder in Empfang nehmen kann. Anschließend geht es für den Hund oder die Katze zu den neuen Eigentümern.

Einhaltung der Bestimmungen für die Einreise

Unterstützt wird das Prinzip der Flugpatenschaften zum Beispiel von Bettina Elze, Tierschützerin und Studentin der Veterinärmedizin. Sie betreibt das Portal flugpate.com, über das Interessierte Kontakt zu Tierschutzorganisationen aufnehmen können. „Wir achten darauf, dass diese die geltenden Bestimmungen beachten”, betont Elze.

Mit einem großen Teil der Organisationen arbeite sie schon lange erfolgreich zusammen. Leider, weiß Elze, gebe es auch Anbieter, die nachlässig arbeiteten. Das könne dem Flugpaten bei der Einreise Probleme bereiten und für die Tiere zusätzliches Leid bedeuten.

Die bestehenden Vorschriften beschreibt Claudia Simon, Tierärztin beim Amt für Verbraucherschutz in Düsseldorf: „Kommt das Tier aus einem EU-Land, muss beispielsweise ein korrekt ausgefüllter Heimtierausweis mitgeführt werden, es muss eine Tollwutimpfung bestehen und ein Chip oder eine Tätowierung vorhanden sein.”

Letzteres gelte jedoch nur bis Juli 2011, danach reichten Tätowierungen nicht mehr aus. Handele es sich um ein Land außerhalb der EU, komme es darauf an, ob es hinsichtlich Tollwut als sicher oder als unsicher eingestuft wurde. „Für sichere Drittländer gelten im Prinzip die gleichen Bedingungen.”

Bei unsicheren Drittländern wird es komplizierter: Vor der Ausreise muss in einem EU-zugelassenen Labor nach der Tollwutimpfung ein Bluttest durchgeführt und vom Zeitpunkt des Bluttests bis zur Einreise eine Wartefrist von drei Monaten eingehalten werden. Diese Bestimmungen gelten nach Aussagen der Expertin jedoch nur für den privaten Reiseverkehr. Das heißt, wenn man selbst der Eigentümer ist oder das Tier im Auftrag des Eigentümers mitnimmt.

Gibt es in Deutschland einen Eigentümerwechsel, gelten gewerbliche Vorschriften. Dann sei beispielsweise im Fall von EU-Mitgliedsländern oder sicheren Drittländern ein Gesundheitszeugnis Pflicht. Und die zuständige Behörde müsse die Einfuhr des Tieres in Deutschland anmelden. Die gewerbliche Einfuhr aus unsicheren Drittländern sei prinzipiell nicht möglich. Simon warnt davor, sich vor Ort zu einer Flugpatenschaft überreden zu lassen: „Sind nicht alle Voraussetzungen erfüllt, könnten die Tiere zurückgeschickt oder im schlimmsten Fall getötet werden.”

Auf seriöse Angebote achten

Besser ist es, die Flugpatenschaft nach ausführlicher Beratung durch die Organisatoren bereits in Deutschland zu übernehmen. „Seriöse Tierschutzorganisationen sorgen dafür, dass der Pate alle notwendigen Papiere dabei hat und Impfungen ordnungsgemäß durchgeführt worden sind”, sagt Elze. Wer Informationen über Flugpatenschaften einholen möchte, kann sich unter info@flugpate.com an Bettina Elze wenden. „Das gilt auch, wenn Flugpaten vor Ort doch noch Bedenken haben”, sagt die Tierschützerin.
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