Mit dem Schnee-Express in die Alpen: Skiurlaub ohne Stau und Stress

Von: Nadia-Maria Chaar, dpa
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Kufen statt Räder: In Werfenweng bekommen Bahnreisende eine Kutschfahrt gratis. Foto: dpa

Werfenweng/Luzern. Skiurlaub ohne Stau und Stress: Wer mit der Bahn in die Winterferien fährt, muss sich nicht über verstopfte Autobahnen ärgern, schont die Umwelt und kann auch noch Geld sparen.

Immer mehr Alpenregionen setzen auf umweltbewusste Wintersportler: Sie fördern die Anreise ohne eigenes Auto mit Pauschalpaketen und Vergünstigungen und garantieren mit Shuttletaxis und Gratistickets für den Nahverkehr die Mobilität am Ferienort.

Vorreiter sind die Alpine Pearls, ein Zusammenschluss von 21 Skiorten aus fünf Ländern. Beispiel Werfenweng in Österreich: Ab 210 Euro bekommen Bahnreisende eine Unterkunft inklusive Skipass, Skiausrüstung und Transfer vom Bahnhof Bischofshofen. Am Ort sind unter anderem der Skibus, das Nachtmobil, das bis 4.00 Uhr früh fährt, und eine Pferdeschlittenfahrt gratis. „Wer auf das Auto verzichtet, wird belohnt”, sagt Karmen Mentil vom Alpine-Pearls-Management in Werfenweng. Buchen lässt sich die Pauschale beim Gastgeber. Ähnliche Angebote bieten auch die anderen teilnehmenden Orte wie Arosa, Interlaken oder Berchtesgaden.

Besonders die Eidgenossen setzen auf die Anreise per Bahn. „Über 40 Skigebiete sind mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar”, sagt Nina Jordi, Marketingchefin der RailAway in Luzern. „Ferienorte im Berner Oberland, in Graubünden, in der Ostschweiz und in der Zentralschweiz eignen sich besonders für die Anreise mit der Bahn”, erklärt Tino Kunz von Schweiz Tourismus in Düsseldorf.

„Ohne Stau am Nadelöhr Tauerntunnel” fahren Wintersportler per Bahn in die österreichische Bergwelt. „Mit täglich 33 Verbindungen von Deutschland ist die Erreichbarkeit sehr gut”, urteilt Klaus Stephan von der Österreich Werbung in Frankfurt/Main. Die Regionen Innsbruck, Seefeld und St. Anton werden direkt angefahren. Das Kärntner Bergsteigerdorf Mallnitz ist über die höchstgelegene IC-Station der Tauernbahn, den Bahnhof Mallnitz Obervellach, erreichbar, ergänzt Mentil.

„In Deutschland empfehlen sich besonders Garmisch-Patenkirchen, Füssen und die Region Schwarzwald für die Anreise mit der Bahn”, zählt Nicole Habrich vom Deutschen Tourismusverband in Bonn auf. Ohne Glatteis und Schneeketten gelangen Urlauber auch nach Oberstdorf, dem südlichsten Endbahnhof Deutschlands.

Die Deutsche Bahn (DB), ÖBB und RailAway werben mit Spezialangeboten wie „Schnee-Express”, „SnownRail”, „Schwarzwaldticket” und „Skiexpress Montafon”. Kunden sparten so bis zu 30 Prozent vom regulären Preis, sagt Jordi.

So bringt der „Schnee-Express” Skifahrer ab Norddeutschland via Ruhrgebiet nach Österreich und in die Schweiz. Zum Grundpreis, der zwischen 69 und 109 Euro pro Sitzplatz im Charterzug beträgt, kommen aber häufig noch Zuschläge hinzu. Wer zum Beispiel über Weihnachten hin und zurück von Dortmund, Essen oder Duisburg fährt, muss pro Person 158 Euro zahlen. Der Anschluss vom Bahnhof in die Skiorte ist meist nicht im Preis enthalten. Viele Hotels holen ihre Gäste aber kostenlos am Bahnhof ab, „wenn dies bei der Buchung bekanntgegeben wird”, erklärt Stephan.

Will man das Gepäck vorab per Kurier schicken, sollte man früh buchen. Der „Tür-zu-Tür-Gepäckservice” der DB braucht für ein Paar Ski drei Werktage nach Österreich und fünf in die Schweiz. Kostenpunkt: 25,80 Euro. Gepäckträger am Bahnhof lassen sich bis eine Stunde vor Ankunft buchen. Die gibt es für vergleichsweise günstige 2,50 Euro.

Eine Alternative ist, die Ausrüstung am Ort zu leihen. Bei Vorlage des Bahntickets gebe es vielerorts Vergünstigungen beim Ski-Verleih, sagt Robert Mühlthaler von der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) in Wien. So gewährt das Gasteiner Tal seinen Gästen 20 Prozent Rabatt auf Leihski, wenn die Anreise mit dem Zug erfolgt.

Eine kostengünstige und umweltfreundliche Alternative ist auch der Reisebus. „Bezieht man sich auf die reine Umweltbilanz, liegt der Reisebus bei Vollbesetzung noch vor der Bahn”, sagt Stephan. Von fast allen deutschen Großstädten aus fahren Busunternehmer in die Alpen - nach Alpbach in Tirol, nach Davos, St. Moritz oder Zell am See.

„Entsprechende Angebote sind über Reisebüros verfügbar”, erklärt Stephan. Kooperationen mit den Alpenregionen sind dagegen selten. Die Tourismusbüros „empfehlen die Anreise mit der Bahn”. Anders sieht das in Willingen aus: Die Gemeinde im hessischen Teil des Sauerlandes holt Wintersportler mit dem „Willingen-Urlaubsexpress” aus Norddeutschland, dem Rheinland und dem Ruhrgebiet ab.

Das Auto im Skiort stehenlassen

Wer mit dem Auto in den Skiurlaub fahren will, muss es am Zielort nicht unbedingt nutzen. In Mallnitz in Kärnten zum Beispiel bekommen Skiurlauber die Mobilitätscard gratis, wenn sie den Autoschlüssel für die Dauer des Aufenthaltes an der Hotelrezeption abgeben. In anderen Orten bleibt der Wagen von vornherein ausgesperrt, erzählt Tino Kunz von Schweiz Tourismus in Düsseldorf: In Zermatt beispielsweise endet die Fahrt fünf Kilometer entfernt im Matterhorn Terminal Täsch. „Urlaub vom Auto” heißt es auch in Saas-Fee, Wengen, Rigi und Stoos.
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