Mit dem Motorrad Richtung Sonne

Von: Heiko Haupt, dpa
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Pause muss sein - vor dem Start einer Gruppentour sollten die Rastplätze gemeinsam festgelegt werden. Foto: dpa

Hamburg. Ein wenig Freiheit in der Freizeit - dafür steht das Motorrad. Da ist es nur logisch, dass mancher sich nicht auf Wochenend-Ausfahrten beschränken mag, sondern mit dem Zweirad auch mal eine längere Reise oder Urlaubstour unternehmen will.

Doch mehr noch als bei langen Autofahrten ist bei Motorradreisen einiges zu beachten. Das beginnt mit dem Zustand der Maschine, geht über das Thema Beladung bis zum Fahren in der Gruppe. Einige Tipps haben die Experten von Organisationen wie dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn, dem Institut für Zweiradsicherheit (ifz) in Essen und dem ADAC in München zusammengestellt.

Technik-Check

Die Technik des Motorrades muss zum Reiseantritt einwandfrei sein - niemand will schließlich fernab der Heimat mit einem Defekt liegenbleiben. Zu prüfen sind daher die Öl-, Brems- und Hydraulikflüssigkeitsstände. Bremsbeläge sind auf ihre Stärke zu kontrollieren, auch der Zustand der Antriebskette ist zu checken. Telegabel und Federbeine müssen dicht sein, die Reifen genügend Profil haben - und dass die gesamte Beleuchtung einwandfrei funktioniert, sollte selbstverständlich sein.

Beladen

Motorräder reagieren sensibel auf zusätzliches Gewicht und die Gewichtsverteilung. Schwere Gegenstände gehören in Seitentaschen und Koffern grundsätzlich nach unten, nahe an den Schwerpunkt der Maschine. Außerdem müssen seitlich angebrachte Koffer möglichst mit gleichem Gewicht bepackt werden. In einem sogenannten Topcase werden nur leichte Gegenstände verstaut. Der Tankrucksack gilt als sicherer Platz für empfindliche Dinge. Am Lenker oder neben dem Vorderrad wird auf keinen Fall Gepäck befestigt.

Gesamtgewicht

Beim Beladen kommt es nicht nur auf die Gepäckverteilung, sondern auch das Gewicht an. Jedes Motorrad hat ein zulässiges Gesamtgewicht, das nicht überschritten werden darf - Angaben dazu finden sich in Fahrzeugscheinen nach altem Muster unter der Ziffer 15, in den neueren Dokumenten unter F1. Das Gewicht des Motorrades lässt sich meist auch mit herkömmlichen Personenwaagen messen: Die Waage wird einmal unter das Hinterrad, einmal unter das Vorderrad geschoben - die Summe der gemessen Gewichte ergibt das gesamte Fahrzeuggewicht. Nicht zu vergessen ist dazu noch das Gewicht der Passagiere in voller Montur.

Fahrverhalten

Das Fahrverhalten eines voll bepackten Motorrades verändert sich. Das gilt nicht nur für die Beschleunigung, sondern auch für die Bremswege, die länger werden können. Vor dem Start der Reise ist daher eine Testfahrt mit der beladenen Maschine zu empfehlen. Der Fahrstil ist an die veränderten Umständen anzupassen.

Streckenplanung

Zur Vorbereitung der Reise zählt auch die Streckenplanung. Dabei kommt es nicht nur auf die Route an, sondern auch auf die Tagesetappen. Bei einer Anfahrt über Autobahnen sollten täglich maximal 700 Kilometer zurückgelegt werden, auf Bundesstraßen höchstens 450 Kilometer. Wird über Landstraßen gefahren, gelten 350 Kilometer als Maximum, im Gebirge mit Pässen 250 Kilometer.

Navigation

Die Straßenkarte im Klarsichtfach des Tankrucksacks bekommt verstärkt Konkurrenz durch Navigationsgeräte. Bei der Anschaffung eines Navis ist darauf zu achten, dass es gut vor Verschmutzung geschützt ist. Handelt es sich um ein Gerät mit Sprachausgabe, muss der Helm für den Empfang der Töne ausgerüstet sein. Vor allem an Motorrädern mit Verkleidungen gestaltet sich die Montage eines Navigationsgeräts oft schwierig.

Verpflegung

Zur Fitness unterwegs gehört die passende Ernährung. Vor allem Getränke sind wichtig: Die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr muss gewährleistet sein. Der ADAC nennt als Anhaltspunkt pro Stunde fünf Milliliter Getränk pro Kilogramm Körpergewicht - bei einem 90 Kilogramm schweren Fahrer also 0,45 Liter. Geeignete Getränke sind Wasser, Apfelschorle oder ungesüßter Früchtetee.

Beifahrer

Gerade längere Touren werden oft mit einem Sozius oder einer Sozia auf der Sitzbank in Angriff genommen. Zu beachten ist, dass sich dadurch die Achslastverteilung verändert - es lastet mehr Gewicht auf dem Hinterrad, das Vorderrad wiederum wird entlastet. Gegenüber dem Solobetrieb ist dann eine Erhöhung des Reifendrucks um etwa 0,2 bar ratsam. Außerdem bekommt die Bremse im Hinterrad durch das Gewicht eine stärkere Bedeutung.

Gruppenfahrten

Bei Gruppenfahrten sollte ein streckenkundiger Fahrer die Spitze bilden. Hinten fahren möglichst leistungsstarke Maschinen, die schnell wieder zur Gruppe aufschließen können. Vor der Abfahrt sollten Handzeichen zur Kommunikation vereinbart werden.

Werkzeug

Kaputtgehen kann auch bei guter Vorbereitung immer etwas. Deswegen sollte Werkzeug mitgenommen werden. Ratsam sind unter anderem eine Kombizange, Gabel- und Ringschlüssel in den Größen 8 bis 17 Millimeter und ein Zündkerzenschlüssel.
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