Krank aus Leichtsinn: Viele gesundheitliche Probleme auf Reisen

Von: Elke Gersmann, ddp
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Hamburg. Wenn einer eine Reise tut, dann sollte er sich gut informieren. Das gilt ganz besonders in Sachen Gesundheit.

Denn Wissen ist der beste Schutz vor Erkrankungen - Wissen über Vorsorge ebenso wie über gesundheitsbewusstes Verhalten am Urlaubsort. „Viele Erkrankungen werden durch unvorsichtiges Verhalten hervorgerufen”, weiß Dr. Helmut Jäger vom Reisemedizinischen Zentrum am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg.

Es sind eher selten tropische Krankheiten oder Infektionen, die ein Hotelbett zum Krankenbett werden lassen. Viel öfter seien es bestehende Vorerkrankungen, die im Urlaub zu Problemen führen. „Urlaub hat ja erst mal einen überwiegend positiven Gesundheitseffekt.

Der kann sich aber schnell umkehren, wenn man sich zu viel zumutet”, warnt der Experte. Wer zum Beispiel an einer Herz- oder Kreislauferkrankung leide und in tropische Länder reise, sollte besondere Vorsicht walten lassen. Es langsam angehen, erst mal die Sonne meiden, sich und dem Körper genügend Zeit zum Akklimatisieren lassen.

Die Gesundheitsvorsorge sollte mit einer reisemedizinischen Beratung beginnen. Denn wann eine Impfung sinnvoll ist oder nicht, kann man als Laie kaum beurteilen. Außerdem, betont Jäger, vertrage auch nicht jeder jede Impfung: „Vor allem Lebendimpfungen, das heißt mit nicht völlig abgetöteten Erregern, können bei immungeschwächten und älteren Menschen Probleme machen.” Es sei daher sehr wichtig, den Arzt auf eventuelle Vorerkrankungen hinzuweisen.

Auf einige Impfungen sollte man nach Aussage von Reisemedizinern möglichst nicht verzichten, egal wohin die Reise geht, vielleicht auch nur nach Balkonien. Denn einige Krankheiten treten weltweit auf, beispielsweise Tetanus, der Wundstarrkrampf. Der Erreger kommt unter anderem in Erdreich und Staub vor, eine Infektionsgefahr besteht selbst bei Bagatellverletzungen. Und die Erkrankung verläuft trotz Intensivtherapie in etwa 25 bis 60 Prozent der Fälle tödlich. Auch empfehlenswert und oft gemeinsam mit der Tetanus-Spritze verabreicht: die Impfung gegen Diphtherie, die sich wieder auf dem Vormarsch befindet.

Ebenfalls wird zu einer Impfung gegen Hepatitis A, einer Form der Gelbsucht, geraten. Der Virus wird hauptsächlich durch verunreinigte Speisen, Getränke und Wasser sowie bei mangelnder Hygiene zwischen Toilette und Tisch übertragen. Doch spätestens hier kommt eine nachdrückliche Warnung des Reisemediziners Jäger: „Eine Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz, man sollte trotzdem sehr auf sein Verhalten achten.” Die Hepatitis-A-Impfung sei dafür ein gutes Beispiel: Sie schützt nicht vor der Variante Hepatitis E, die erst 1980 entdeckt wurde und auf ähnlichem Wege übertragen wird.

Viele Urlauber hätten keine große Motivation, über ihr eigenes Verhalten nachzudenken, beklagt Jäger. Die Folge: Sie tun entweder gar nichts oder vertrauen zu leichtsinnig komplett auf Medikamente und Impfungen. Dass diese schützen, sei unbestritten - aber eben nicht immer hundertprozentig. Beispiele seien eben Hepatitis A oder auch Typhus - wobei die Impfung gegen letzteres eigentlich nur bei individuellen Abenteuerreisen und nicht bei Pauschalreisen sinnvoll ist. „Das Problem nach diesen Impfungen ist, dass der Urlauber danach zu sorglos mit Nahrungsmitteln und Wasser umgeht - und sich so trotzdem anstecken oder vielleicht eine ganz andere Infektion bekommen kann.”

Deshalb sollten Urlauber sich bei der reisemedizinischen Beratung in Sachen Gesundheitsvorsorge nicht nur Impfempfehlungen sondern auch Verhaltensratschläge geben lassen, rät der Fachmann. Weitere Informationen gibt es auch im Internet auf den Seiten des Reisemedizinischen Zentrums.
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