Düsseldorf - Kaiserpfalz und Currywurst: Mit „Michaela” nach Kaiserswerth

Kaiserpfalz und Currywurst: Mit „Michaela” nach Kaiserswerth

Von: Bernd F. Meier, dpa
Letzte Aktualisierung:
Kaiserswerth / St. Suitbert
Steinerner Zeitzeuge: Die romanische Basilika St. Suitbert in Düsseldorf-Kaiserswerth liegt an einem der schönsten Plätze am Niederrhein. Foto: dpa

Düsseldorf. Die U79 oder die „Michaela II”? Wer in Düsseldorf einer Abstecher nach Kaiserswerth unternimmt, reist in den Norden der Stadt entweder mit der Straßenbahn U79 an, oder er nimmt die Rheinfähre „Michaela II”. An manchen Sommertagen bringt sie hunderte Ausflügler über den Rhein in die alte Festung.

Kaiserswerth ist das älteste Stadtviertel von Düsseldorf”, erzählt Stadtführerin Jutta Thym. „Um 700 gründete der angelsächsische Missionar Suitbert hier ein Benediktinerkloster.” Thym unternimmt mehrere Male im Monat einen Rundgang mit Besuchern durch den historischen Stadtteil.

Eine frühe Blütezeit erlebte der Flecken auf halbem Weg zwischen Düsseldorf und Duisburg am Ende des 12. Jahrhunderts mit dem Bau der Kaiserpfalz durch Kaiser Barbarossa. Von ihrem Burgturm konnten die Herrschenden den Rheinstrom nach Süden wie nach Norden überwachen - und von den Schiffern Zoll kassieren. Heute ist das Bollwerk mit den bis zu fünf Meter dicken Mauern eine Ruine, die im Sommerhalbjahr von Besuchern über steile Stiegen und Plattformen erklommen werden kann.

Nebenan leitet die romanische Basilika St. Suitbert zur religiösen Geschichte von Kaiserswerth über. Wertvollster Schatz der ehemaligen Stifts- und heutigen Pfarrkirche ist der reich verzierte goldene Schrein des heiligen Suitbert. Ein paar Schritte weiter betrachten Architekturkenner bewundernd das Haus mit der Nummer 14b. Der unscheinbare Bau von 1250 ist eines von nur sechs erhaltenen romanischen Wohnhäusern in Deutschland.

Der Stiftsplatz gilt als einer der schönsten Plätze am Niederrhein. Sieben Lindenbäume erinnern an die sieben Sakramente der katholischen Kirche, vier weitere im Schatten des Gotteshauses an die Evangelisten. Während südlich des Marktplatzes mit St. Suitbert, einem angesehenen Erzbischöflichen Gymnasium und Altenheimen der Caritas gleichsam das Zentrum der Katholiken zu sein scheint, dominiert im Norden seit dem 19. Jahrhundert die evangelische Kirche.

„1822 kam der junge Pastor Theodor Fliedner nach Kaiserswerth”, erzählt Jutta Thym. „Er gründete das Krankenhaus und die Diakonissen-Anstalt, an der ab 1849 auch Florence Nightingale als Krankenschwester ausgebildet wurde.” Nightingales Arbeit für verwundete britische Soldaten im Krimkrieg bereitete den Boden für die Gründung des Roten Kreuzes. Noch heute ist das Florence-Nightingale-Krankenhaus der Diakonie Kaiserswerth eine der bedeutendsten Kliniken der Region.

An Wochenenden ist Kaiserswerth ein bevorzugtes Ausflugsziel. Mit dem Fahrrad strampeln Besucher gut 15 Kilometer aus Düsseldorf über den Rheindeich nach Norden, oder sie machen eine bequeme Tour mit den Ausflugsschiffen oder der Straßenbahn. Wer in Ruhe die Gassen durchstreifen möchte, sollte den Ort wochentags aufsuchen. Dann entfaltet die „Insel der Kaiser” ihren besonderen Charme.

Manche Besucher haben mit der großen Geschichte des kleinen Stadtteils mit etwa 8000 Einwohnern überhaupt nichts im Sinn. Sie reisen allein wegen kulinarischer Hochgenüsse an: Jean-Claude Bourgueils „Im Schiffchen” am Marktplatz wird seit Ende der 70er Jahre als eines der besten Gourmetrestaurants in Deutschland geführt. Die preiswerte Alternative ist der „Berliner Imbiss” an der Straßenbahnhaltestelle Klemensplatz. Liebhabern zufolge gibt es dort die besten Currywürste außerhalb Berlins.


Informationen: Düsseldorf Marketing & Tourismus, Breite Straße 69, 40213 Düsseldorf (Tel.: 0211/17 20 20, E-Mail: info@duesseldorf-tourismus.de).
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