Jede zweite Muschel im Mittelmeer hat den Hepatitis-A-Erreger

Von: dapd
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Es soll die schönste Zeit im Jahr sein, doch dann macht der Urlaub krank: Jedes Jahr infizierten sich weltweit rund zehn Millionen Menschen mit dem Hepatitis-A-Virus infizieren, darunter auch viele Urlauber, sagt Anton Gillessen, Gastroenterologe am Herz-Jesu-Krankenhaus in Münster.

„Jeder zweite Betroffene infiziert sich in den Ferien, vor allem durch verunreinigtes Wasser oder Essen.” Gillessen warnt Reisende vor dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel: „Jede zweite Muschel im Mittelmeer gelte heute als kontaminiert.” Die Schalentiere filtern das mit Abwasser verunreinigte Meerwasser und lagern dabei Hepatitis-Viren in ihrem Fleisch ab. „Anschließend landet die Muschel auf dem Restaurantteller”, beschreibt Gillessen den Kreislauf.

Urlauber sollten sich an das Sprichwort „Cook it, boil it, peel it oder forget it” halten, rät der Mediziner. Das bedeutet übersetzt so viel bedeutet wie „Koch es, brat es, schäl es oder vergiss es”. Diese Regel gelte für viele Länder weltweit. Zu den Gebieten, in denen das Infektionsrisiko besonders hoch sei, gehörten Süd- und Osteuropa, die Türkei, Tunesien und Ägypten sowie alle tropischen Länder. „Urlauber sollten immer auf Nummer sicher gehen und zum Beispiel keine rohen Lebensmittel am Straßenrand verzehren”, warnt Gillessen. Auch Trinkwasser sollte nicht aus der Leitung oder aus dem offenen Glas im Restaurant, sondern nur aus verschlossenen Flaschen getrunken werden. „Natürlich sind auch Eiswürfel in Getränken tabu.”

Wenn es trotzdem zu einer Ansteckung im Urlaub gekommen ist, zeigen sich die Symptome oft erst bis zu einem Monat später, erklärt der Gastroenterologe: „Wer sich einige Wochen nach dem Urlaub unwohl fühlt, sehr müde ist, Magen-Darm-Beschwerden oder verfärbten Urin oder Stuhlgang hat, sollte sofort zum Arzt gehen.”
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