Im Ausland Europäischen Unfallbericht mitführen

Von: amv
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Vor dem großen Familienurlaub im Ausland unbedingt einpacken: den Europäischen Unfallbericht. Foto: dpa

Köln. Autofahrer sollten bei Auslandstouren stets den Europäischen Unfallbericht mit sich führen. Das Standardformular hat die Europäische Union gemeinsam mit den Versicherern für Unfälle entwickelt, bei denen die Schuldfrage klar und die Unfallgegner sich einig sind.

Der Bericht hält den Unfallhergang samt Skizze sowie die Beteiligten mit allen Daten fest. Das fertig ausgefüllte Formular unterschreiben alle Unfallteilnehmer. Sollte es Meinungsverschiedenheiten mit dem Unfallgegner geben, können diese im Feld 14 "Bemerkungen" protokolliert werden. Damit die Versicherer an dem Einverständnis der Beteiligten nicht zweifeln und die Schäden problemlos übernommen werden, erhält jeder Beteiligte eine identische Kopie des Unfallberichts.

Ein Vordruck ist auf der Website des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) abrufbar (http://www.gdv-dl.de/eu-unfallbericht.html). "Auch bei Blechschäden immer die Polizei rufen und so viele Daten wie möglich sichern", empfiehlt grundsätzlich Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrtexperte von TÜV Rheinland in Köln. "Darüber hinaus ist es wichtig, Namen und Anschriften von Unfallzeugen festzuhalten und viele Fotos von den Schäden am Fahrzeug und der Unfallstelle zu machen. Wenn möglich, Beteiligte und Zeugen ablichten und deren Ausweise fotografieren, falls es später Streitigkeiten über die Identitäten geben sollte", betont Sander und ergänzt: "Bei einem Unfall im Ausland gilt in der Regel das nationale Recht. Da kann es Unterschiede bei den Deckungssummen und dem Umfang der Schadenregulierung geben." Darüber hinaus rät der ADAC, möglichst keine unverständlichen, fremdsprachigen Schriftstücke zu unterschreiben und auch bei geringfügigen Verletzungen einen Arzt im Unfallland aufzusuchen. Ein Attest kann die Durchsetzung möglicher Schmerzensgeldansprüche erleichtern, schildert ADAC-Mitarbeiterin Katharina Lucé ihre Erfahrungen. Nur wer seine Ansprüche belegen kann, hat später auch Anspruch auf Entschädigung. In der Europäischen Union (EU) lautet die gebührenfreie, einheitliche Notrufnummer ohne Vorwahl 112, egal ob vom Festnetz oder Handy. In einigen Staaten, wie etwa Polen oder Rumänien, ist es zudem Pflicht, nach einem Unfall immer die Polizei zu benachrichtigen, gleich, ob sie die Schäden aufnimmt oder nicht.

Hilfreich ist zudem die grüne Versicherungskarte. Sie enthält neben der eigenen Versicherungsnummer auch die Adressen der ausländischen Gesellschaften, die im Schadenfall Hilfe leisten. Außerdem ermittelt der Zentralruf der Autoversicherer für alle in der EU, Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz zugelassenen Fahrzeuge den zuständigen Schadenregulierer der ausländischen Versicherung in Deutschland. Aus dem Ausland ist der Zentralruf unter der Telefonnummer +49 (40) 300 330 300 zu erreichen. Auf Nummer sicher geht, wer eine zusätzliche Auslandsschadenschutzversicherung abschließt, empfiehlt TÜV-Fachmann Sander: "Dann garantiert die eigene Versicherung, Personen- und Sachschäden so zu regulieren, als hätte sich der Unfall in Deutschland ereignet." Statt der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung wickelt in diesem Fall der eigene Versicherer den durch einen Dritten verursachten Schaden ab.

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