Hohe Lawinengefahr in den Alpen: Pisten in der Regel sicher

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Ischgl Tirol Ski
Hoch oben über Ischgl genießen Tourenskifahrer die einsamen Gipfel. Foto: ddp

München/Salzburg. Die Lawinengefahr in den Alpen ist weiter gestiegen. Am Montag wurden mehrere Menschen von Lawinen verschüttet, konnten aber gerettet werden. Im Salzburger Skigebiet von Rauris ging sogar eine Lawine auf eine zuvor freigegebene Piste ab.

Die österreichischen Lawinenwarndienste haben für die Nordalpen und das Salzkammergut die höchste Gefahrenstufe ausgerufen. Der Lawinenwarndienst Bayern spricht oberhalb von 1400 Metern von großer Lawinengefahr. Wichtige Fragen zu Lawinen im Überblick:

MÜSSEN SKIFAHRER AUCH AUF PISTEN ANGST VOR LAWINEN HABEN?

Nein. Freigegebene Pisten sind in der Regel sicher. Einen tödlichen Unfall durch eine Lawine, die auf eine Piste abging, habe es in Deutschland schon seit vielen Jahren nicht mehr gegeben, sagte Bernhard Zenke, Leiter der Lawinenwarnzentrale Bayern in München, dem dpa- Themendienst. Die örtlichen Lawinenkommissionen würden die Pisten sehr gründlich unter die Lupe nehmen und sie - bei Gefahr - sperren. Ganz auszuschließen sei ein Lawinenabgang aber trotzdem nicht.

Ähnlich äußerte sich Michael Staudinger, Leiter der Lawinenwarnzentrale Salzburg: „Es gibt ein paar Tausend Pistenkilometer, die jedes Jahr unfallfrei befahren werden”, sagt er. Es passiere alle Jahre mal, dass trotz der Freigabe einer Piste eine Lawine abgeht. „Aber das Risiko für andere Unfälle auf der Piste ist deutlich größer.” Für Laien ist es nach Angaben der Experten kaum möglich, eine eventuell gefährdete Piste zu erkennen.

WORAUF IST IM GELÄNDE ZU ACHTEN?

Grundsätzlich sollten Wintersportler den Lawinenlagebericht gründlich lesen und die Hinweise beachten. Warnt der Bericht etwa - wie aktuell für Deutschland - vor frisch eingewehten Hangzonen und kammnahen Steilhängen, sollten diese laut dem Lawinenwarndienst Bayern unbedingt gemieden werden. Die österreichischen Lawinenwarndienste verweisen darauf, dass ab Gefahrenstufe vier Skitouren und Variantenfahrten meist nicht mehr möglich sind.
Wer im Gelände unterwegs ist, sollte grundsätzlich ein Verschüttetensuchgerät, eine Lawinenschaufel und eine Sonde bei sich führen. Die Geräte bringen allerdings nichts, wenn die Übung im Umgang fehlt, so der österreichische Lawinenwarndienst.

WAS SOLLTE EIN SKIFAHRER TUN, WENN EINE LAWINE ABGEHT?

Wer selbst in eine Lawine gerät, hat Pech gehabt. „Wenn es irgendwie geht, kann man versuchen wegzufahren”, sagt Zenke. In der Regel sei eine Lawine aber so schnell, dass man keine Chance hat zu entkommen. Michael Staudinger rät, nach Möglichkeit schnell die Hände vor den Mund zu nehmen, um einen Atemraum freizuhalten.

WIE VERHALTEN SICH ZEUGEN RICHTIG?

Sehen Wintersportler, dass eine Lawine abgeht, sollten sie sofort unter der Notrufnummer 112 den Rettungsdienst alarmieren und eine genaue Beschreibung des Unfallortes geben, sagt Staudinger. Ragen Körperteile eines Verschütteten aus dem Schnee könne vorsichtig versucht werden, ihn freizugraben. In der Regel bestehe nach einem Lawinenabgang keine Gefahr mehr. Allerdings müsse das jeder Skifahrer selbst entscheiden. Meist seien die Rettungskräfte innerhalb weniger Minuten am Ort.
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