Hamburg - Herzschrittmacher und Prothesen: Probleme bei der Sicherheitskontrolle

Herzschrittmacher und Prothesen: Probleme bei der Sicherheitskontrolle

Von: Elke Gersmann, ddp
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Mit Sicherheit: Die Kontrolle an den Flughäfen kann für Reisende mit Herzschrittmacher oder Implantaten immer noch unangenehme Überraschungen bereithalten. Foto: ddp

Hamburg. Wer endlich mit dem Flugzeug in Richtung Urlaubsziel abhebt, hat heutzutage schon einiges hinter sich: Die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen werden ständig weiter verschärft. So ein Check dauert ohnehin schon lange und ist oft lästig - für manche Reisende kann er jedoch besonders unangenehm werden.

Zum Beispiel für diejenigen, die wegen eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks Metall im Körper haben. Dieses kann bei der Kontrolle Alarm auslösen. Das Gleiche gilt für einen Herzschrittmacher. Unter Umständen kann es im Zusammenhang mit diesem sogar gesundheitliche Probleme geben. Denn elektrische und magnetische Felder können die Funktion eines Herzschrittmachers beeinflussen - und ein Metalldetektor, der bei der Kontrolle über den Körper geführt wird, arbeitet mit einem Magneten.

„Das Auftreten solcher Probleme ist bei den modernen Systemen sicher nicht der Normalfall, aber auch nicht ganz auszuschließen”, sagt Professor Stephan Willems vom Universitären Herzzentrum Hamburg. Die neuen Herzschrittmacher seien zwar so gut abgeschirmt, dass nur in Ausnahmefällen gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

Trotzdem bestehe ein Restrisiko, dass Kontrollgeräte die Schrittmachereinstellung verändern könnten und dieser dadurch zum Beispiel in einen Sicherheits-Modus zurückgefahren wird. „Bemerkbar machen würde sich dieses im Extremfall durch Schwindelgefühle oder starkes Herzklopfen”, erläutert Herzspezialist Willems. In solchen Fällen helfe nur der Gang zum Arzt, für eine Kontrolle und gegebenenfalls Neueinstellung des Herzschrittmachers.

Betroffene sollten deshalb bei der Sicherheitskontrolle unbedingt ihren Schrittmacherausweis bereithalten und dem Sicherheitspersonal vorlegen. Dieses ist in der Regel entsprechend geschult und kann die Kontrolle risikofrei durchführen. Da es sich bei dem Schrittmacherausweis um einen internationalen Ausweis handelt, kann und sollte er auch auf ausländischen Flughäfen entsprechend eingesetzt werden. Dann dürften auch keine Probleme wegen des Alarms der Metalldetektoren auftreten.

Bei Prothesen oder Implantaten sind zwar keine gesundheitlichen Probleme zu erwarten - den Sicherheitsalarm können sie trotzdem auslösen. Denn auch in ihnen ist Metall enthalten. „Immer häufiger handelt es sich allerdings um Titan, bei dem die Detektoren in der Regel nicht anschlagen”, weiß Andreas Gassen, Vizepräsident des Bundesverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie. In den anderen Fällen hänge es davon ab, wie viel Metall verwendet wurde und wie tief es sich im Körper befindet, ob es bei der Sicherheitskontrolle Probleme gebe oder nicht.

Reisende, die eine Prothese erhalten haben, sollten deshalb bei einer Flugreise ihren Prothesenpass ins Handgepäck stecken. Dieser dient zwar eigentlich der Nachkontrolle, kann aber auch beim Sicherheits-Check gute Dienste leisten. „Heutzutage ist es außerdem empfehlenswert, zusätzlich eine Bescheinigung des entsprechenden Arztes dabeizuhaben”, sagt Gassen.

Das gilt auch für all diejenigen, die eine schwere Fraktur hatten. Denn, erklärt der Mediziner, in solchen Fällen können zur Versorgung des Bruches ebenfalls Metalle eingesetzt werden, zum Beispiel in Form von Nägeln bei einem Beinbruch oder einer Metallplatte bei einer Schädelverletzung. Und da es dafür keinen Pass gibt, der die Operation bestätigt, sollten Betroffene daran denken, sich vor der Reise eine entsprechende Bescheinigung zu besorgen. Damit lässt sich dann eventuell auch die eine oder andere unangenehme Diskussion mit dem Sicherheitspersonal vermeiden.
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