Berlin - Enthaltene Reiseversicherungen lohnen den Mehrpreis oft nicht

Enthaltene Reiseversicherungen lohnen den Mehrpreis oft nicht

Von: dapd
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Kreditkarten
Kreditkarten werden schon lange nicht mehr nur von Banken herausgegeben. Auch Automobilclubs, Reiseveranstalter, Fluggesellschaften oder Internethändler bieten eigene Karten an. Foto: dpa

Berlin. Kreditkarten werden schon lange nicht mehr nur von Banken herausgegeben. Auch Automobilclubs, Reiseveranstalter, Fluggesellschaften oder Internethändler bieten eigene Karten an.

Gemeinsam ist den meisten Herausgebern, dass sie vor allem für ihre Gold- und Premium-Karten mit Zusatzleistungen werben. Neben Bonusprogrammen gehören dazu häufig Reiseversicherungen wie die Reiserücktrittsversicherung, Reisegepäckversicherung oder Auslandsreise-Krankenversicherung. Umsonst gibt es diese Zusatzleistungen jedoch nicht: Die Karten kosten bis zu 80 Euro im Jahr.

„Für Menschen, die beruflich oder privat viel reisen, können sich die Bonusprogramme lohnen. Sich eine solche Karte nur wegen der enthaltenen Versicherungen anzuschaffen, halten wir jedoch nicht für empfehlenswert”, sagt Kerstin Backofen, Kreditkartenexpertin der Zeitschrift „Finanztest” bei der Stiftung Warentest in Berlin.

Für die meisten Kunden sei eine Karte ohne Extras, die es für eine deutlich geringere Jahresgebühr oder sogar kostenlos gibt, die bessere Wahl. Denn eine gute Auslandsreise-Krankenversicherung bekomme man beispielsweise für die ganze Familie schon für unter 20 Euro. Doch nicht nur der Preis ist für die Expertin ausschlaggebend: „Die wichtigen Reiseversicherungen kann man separat zu deutlich besseren Bedingungen abschließen.”

Denn der Versicherungsschutz ist bei den meisten Kreditkarten lückenhaft, wie die Tester von Finanztest herausgefunden haben. „Es gibt zum Beispiel Kartenanbieter, in deren Bedingungen ein Selbstbehalt von bis zu 20 Prozent enthalten ist”, sagt Backofen. Muss der Kunde beispielsweise einen gebuchten Urlaub stornieren, kann das bei hochpreisigen Reisen trotz Rücktrittsversicherung für ihn teuer werden.

Außerdem sind laut Stiftung Warentest die Vertragsbedingungen für die Reiseversicherungen bei Kreditkarten oft veraltet. Während im Rahmen von Einzelpolicen viele von Verbraucherschützern kritisierte Klauseln nachgebessert wurden, hat sich nach Beobachtung von Backofen bei den Kreditkarten-Versicherungen nicht viel getan: „Dort findet anscheinend keine Produktpflege statt.”

Die Expertin rät, sich die Bedingungen der in der Kreditkarte enthaltenen Versicherungen genau anzuschauen. Die Klauseln sollten verständlich formuliert und wichtige Inhalte verbraucherfreundlich geregelt sein. Dazu gehören beispielsweise die Regelungen zum Rücktransport und der Umgang mit Vorerkrankungen. Hilfreich kann der Vergleich mit den Bedingungen einer Einzelpolice sein.

Außerdem ist es ratsam, darauf zu achten, wann die Versicherungen greifen: „In manchen Fällen muss beispielsweise die Reise mit der jeweiligen Kreditkarte bezahlt worden sein, damit überhaupt ein Versicherungsschutz besteht.”
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