Eine Welt für sich: Winterurlaub in der Lüneburger Heide

Von: Petra Reinken, dpa
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Lüneburger Heide
Weite Sicht - vom Aussichtsturm im Wildpark Schwarze Berge fällt der Blick über die Landschaft südlich von Hamburg. Foto: dpa

Bispingen. Ein Spaziergang durch den Garten des Heidekastells Iserhatsche in Bispingen genügt, und Urlauber sind ganz nebenbei ein wenig weiser geworden. Schwarz auf Weiß finden sich an den Balken der Gartenpergola Sinnsprüche wie „Ein Urteil lässt sich widerlegen, ein Vorurteil nie” oder „Willst Du es, kannst Du es”.

Der Iserhatsche-Besitzer Uwe Schulz-Ebschbach nennt sein Anwesen ganz unbescheiden das „Neuschwanstein des Nordens”. Er hat mit tausenden Details eine Märchenwelt geschaffen und dort auch noch die größte Bierflaschensammlung der Welt untergebracht - mit 16.000 Exemplaren. Die Iserhatsche ist aber nur eine Möglichkeit, in der Lüneburger Heide in eine andere Welt einzutauchen.

Längst hat die Region im Städtedreieck Hamburg - Hannover - Bremen ihre Saison über die Heideblüte im Hochsommer hinaus ausgedehnt. Ein Fünftel der rund fünf Millionen Übernachtungen pro Jahr fällt in die Monate von November bis Februar. Selbst in einem eher regnerischen Monat ließen sich „drei bis vier Tage locker füllen”, verspricht Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft Lüneburger Heide. Und dann zählt er Stationen auf, die wahrzunehmen noch einige Tage mehr füllen würde.

Lüneburg und Celle zum Beispiel lohnen einen Abstecher: Beide verfügen über eine reizvolle Altstadt. Die Universitätsstadt Lüneburg hat zwar nur gut 70.000 Einwohner, wirkt aber ausgesprochen lebendig. Der historische Stadtkern lädt zum Bummeln und Schauen ein. Die Innenstadt von Celle, das etwa gleich viele Einwohner hat, besticht durch alte Fachwerkhäuser. Das älteste Gebäude der Stadt ist das Celler Schloss, in dem ganzjährig Führungen angeboten werden.

Wem Bummeln nicht liegt, hat in der Lüneburger Heide etliche Alternativen: Bispingen oder Soltau sind gute Ausgangspunkte, um die Winterattraktionen der Region schnell zu erreichen. Die Welt der Alpen erwartet Skibegeisterte im Snow Dome bei Bispingen, einer Indoor-Skihalle mit einer 300-Meter-Abfahrt. Direkt daneben befindet sich die Ralf Schumacher Kartbahn, die besonders Väter und ihre Söhne anzieht. Für die ganze Familie bieten die Badeparadiese im Center Parc Bispingen und im Südseecamp in Wietzendorf Palmenflair und Wasserspaß.

In die Tierwelt geht es bei Abstechern zu den Wildparks der Region: Bei Hirsch, Wolf, Bär und Co. ist es deutlich ruhiger als im Südseecamp - zum Beispiel im Wildpark Lüneburger Heide in Nindorf-Hanstedt. Die Besucher nutzten dann die Gelegenheit zu ausgiebigen, ruhigen Spaziergängen, sagt Park-Inhaber Norbert Tietz. Ähnlich ruhig ist es in der kalten Jahreszeit auch weiter nördlich im Wildpark Schwarze Berge in Rosengarten, wo Hängebauchschweine den Gästen um die Füße schnüffeln. Besonderes sehenswert ist hier das neue, naturbelassene Bärengehege.

Heidetourismus-Chef Ulrich von dem Bruch bestätigt, dass insbesondere Wanderer die Nachsaison zu schätzen wissen, und weist auf die vielen Waldflächen hin, die die Heide zu bieten hat. Wer sich warm einpackt, genießt einen Spaziergang durch die feuchten, erdig riechenden Wälder - zum Beispiel dem direkt bei Soltau gelegenen Böhmewald - als willkommene Abwechslung vom Trubel der Event-Attraktionen. Auch Kutschfahrten lassen sich kurzfristig organisieren.

Kindheitserinnerungen weckt die Welt der Spiele: Im Spielzeugmuseum Soltau entdecken Besucher all das, womit sich Kinder in den vergangenen vier Jahrhunderten beschäftigt haben. Das meterlange und -hohe Puppenhaus Dingley Hall von 1875, schelmisch dreinblickende Puppen aus der Steiff-Kollektion, Teddybären, Puppenstuben, Eisenbahnen - auf den 600 Quadratmetern an der Soltauer Rathauskreuzung ist jeder Raum eine neue Entdeckung. Wer heute klein ist, kann staunen über das, was für Oma und Opa einst die Legokiste war - und überall im Museum Spiele ausprobieren. So lässt sich selbst ein kalter, trüber Winternachmittag mühelos überbrücken.

Abwechslung für solche Tage bieten auch zwei Thermal-Badelandschaften in der Lüneburger Heide: im Kurort Bad Bevensen und in Soltau. Die Jod-Sole-Therme am Ostrand der Heide und die Soltau Therme in der Mitte der Region warten mit einem umfangreichen Angebot rund um Wellness, Sauna und Schwimmen auf.

Nach dem Entspannen ist das Heide-Erlebniszentrum Undeloh mit viel Wissenswertem über die Lüneburger Heide eine gelungene Abwechslung für den Nebensaison-Urlauber. Erst im Sommer 2009 eröffnet, bietet das Haus mit Hilfe von modernen Medien die Gelegenheit, in die Entstehungsgeschichte der Kulturlandschaft einzutauchen.

Mehr Informationen gibt es bei der Lüneburger Heide GmbH, Wallstraße 4, 21335 Lüneburg (Tel.: 0700/20 99 30 99, info@lueneburger-heide.de).
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