Ein Kaffee danach: Essentipps für unterwegs

Von: Norbert Michulsky, dapd
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Gemmingen. Essen im Auto - das hat seine Tücken. Zumindest immer dann, wenn der Fahrer zur Nahrung greift.

„Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein Stück Schokolade abbeißen. Mit ziemlicher Sicherheit wird etwas abbröckeln und Hose oder Sitze verschmutzen”, schildert der Lebensmittelchemiker und Buchautor Udo Pollmer eine alltägliche Situation im Auto.

Also will der Esser hinter dem Steuer das Schokoladenstück entfernen, bevor größerer Schaden entsteht und programmiert damit eine ganz andere Gefahrensituation. Abgelenkt könnte der Wagen vom Weg abkommen.

„Was Sie essen, ist nicht so wichtig”, beschreibt Lebensmittelfachmann Pollmer seine oberste Ernährungsprämisse für unterwegs: „Wichtig ist, dass die Verkehrssicherheit nicht leidet.” Wenn also kein Beifahrer die Nahrungsaufnahme portioniert, dann sollte man vor Fahrtantritt sich passende Häppchen präparieren und auf alles verzichten, was kleckern oder tropfen könnte.

Kleine Snacks heben die Stimmung

Mit seinen Ansichten zur Ernährung liegt Pollmer oft konträr zu etablierten Vorstellungen von gesunder Ernährung. Von starren Ernährungstipps hält er wenig. „Nur wer satt ist, kann sich konzentrieren, wer Hunger hat, wird unruhig”, sagt er. Man sollte auch auf der langen Fahrt in den Urlaub das essen, was einem schmeckt und sättigt. Ein Espresso, ein Kaffee danach sei ebenso empfehlenswert.

„Kein vernünftiger Mensch wird sich bei einer Diät hinter das Steuer setzen, um eine längere Urlaubsfahrt anzutreten”, ist sich der Ernährungsspezialist sicher. Schließlich leidet dabei die Konzentration ähnlich wie unter Alkoholeinfluss. Vor allem fettarme Kost mache viele Menschen aggressiv und unausstehlich.

Im Verkehr sei das keine gute Lösung. Also lieber eine Currywurst von der Frittenbude nebenan, statt den Hunger ständig mit einer Flasche Wasser bekämpfen zu wollen. Leicht verdauliche Speisen und regelmäßige Pausen hielten den Magen bei Laune, und kleine Snacks würden die Stimmung aller Passagiere heben.

Auf Serotoninspiegel achten

Die wiederum geht bei vielen Autofahrern in den Keller, wenn sich der Uhrzeiger in Richtung 17.00 Uhr bewegt. Plötzliche Ermüdung kommt auf. „Das hängt mit dem Serotoninspiegel zusammen”, erläutert Pollmer das Phänomen: „Man nimmt es nicht wahr, aber die Lichtintensität schwindet und damit sinkt der Pegel des Gehirnbotenstoffs.”

Serotonin ist ein körpereigener Botenstoff und die Komponente des Serums, die den Druck in den Blutgefäßen reguliert. Abhilfe ist leicht. „Kaffee, Cola oder ein Pausenriegel”, rät Pollmer. Und ebenso Kaugummi kann dazu beitragen, die Fahrt stressfreier zu gestalten.

Pollmer erläutert die Wirkung: „Unterwegs entsteht immer wieder mal Stress. In solchen Situationen reagiert der Körper mit verstärktem Bewegungsdrang.” Das aber geht nicht. Hinter dem Steuer angeschnallt gibt es wenig Spielraum. Einzig die Kaumuskeln könnten sich ungehemmt bewegen, und so trage Kauen eben zum Stressabbau bei.
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