Aigen - Durch den Nebel in die Sonne: Skifahren im Böhmerwald

Durch den Nebel in die Sonne: Skifahren im Böhmerwald

Von: Verena Wolff, dpa
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Skifahren/ Böhmerwald
Das nördlichste Skigebiet Österreichs: Hochficht liegt nicht sehr hoch, daher fahren die Wintersportler durch tief verschneite Wälder. Foto: dpa

Aigen. Nebel ist eine Konstante in den Hügeln des Böhmerwaldes. Dicke Schwaden wabern im Winter durch die Senken, in den Niederungen reißt es oft erst spät auf.

Doch wer mit seinen Skiern Spuren auf den gar nicht so hohen Bergen im Dreiländereck zieht, fährt an den meisten Skitagen in strahlendem Sonnenschein. „Man darf sich nicht täuschen lassen, wenn man morgens aus dem Fenster schaut und den Nebel sieht”, sagt die Wirtin Judith Höglinger aus Aigen.

Der Winter, so sagen die Oberösterreicher, sei mehr als eine Jahreszeit. Der Pulverschnee fällt sicher und funkelt im meist gleißenden Sonnenlicht. Vom Dachstein im Süden bis zum Hochficht im Norden kann das Land Oberösterreich mit sieben Skigebieten aufwarten - und damit ein Angebot von Pistenaction mit Skiern, Snowboards und Fungeräten über einsame Winter- oder Schneeschuhwanderungen bis hin zu Touren in Pferde- oder Hundeschlitten bieten.

Im Böhmerwald, am Dreiländereck zwischen Oberösterreich, Bayern und Südböhmen, hat sich ein im Wortsinn grenzenloses und ursprüngliches Skigebiet etabliert, das noch dazu unter einer speziellen Konstellation geführt wird. Denn Eigentümer der Hänge ist das Stift aus dem nahe gelegenen Schlägl. Das hat nicht nur zur Folge, dass der Abt aus dem Prämonstratenserorden regelmäßig über die Pisten saust und in den stiftseigenen Lokalen das eigene Bier ausgeschenkt wird. „Es sorgt auch dafür, dass die Preise für die Liftkarten nicht in die Höhe schießen und das Skifahren für Familien erschwinglich bleibt”, sagt Sabine Günterseder, Sprecherin der Region.

Die Skiregion Hochficht hat sich entsprechend auf Familien eingestellt. In diesem nördlichsten Wintersportgebiet Österreichs sind ein Förderband für den Einstieg von Kleinkindern in die Sessellifte sowie das mit 182 Metern längste überdachte Förderband der Region die neuesten Errungenschaften. Jugendliche fahren von der aktuellen Wintersaison an zum Kindertarif, Kinder bis zehn Jahre brauchen in Begleitung der Eltern mit einer gültigen Liftkarte nur eine sogenannte Schneemannkarte, die einen Euro kostet.

Während oben im Skigebiet der Pistenspaß quer über die Grenzen nach Deutschland und Tschechien verläuft, gibt es für Kinder und Jugendliche verschiedene Angebote: Im „Snow Park Ficht” kommt der Freestyle-Nachwuchs auf seine Kosten, die Anfänger versuchen sich in „Sunnys Kids Park” beim Übungslift an den ersten Schwüngen.

Wer Angst vor steilen Hängen hat und sich lieber horizontal durch das Gelände bewegt, findet im nahe gelegenen Langlaufzentrum in Schöneben ein kleines Paradies. Rund 70 Kilometer gespurte Loipen für Fahrer im klassischen Stil und Skater führen dort durch Wald und Flur. Einheimische sind hier genauso zu finden wie die Urlauber, die das gleichmäßige Gleiten durch die Landschaft einer rasanten Abfahrt vorziehen. Auch für die Kinder ist gesorgt: Im Zentrum in Schöneben findet sich die einzige Spielloipe Österreichs, auf der sich die Kleinen mit dem Gefühl Langlauf vertraut machen können.

Langlauf-Anfänger haben es nicht schwer, kompetente Anleitung zu finden. Zahlreiche Lehrer kümmern sich um sie. Nach einer Einweisung und Übungseinheiten im flachen Gelände geht es raus auf die Loipen. Anstrengend, aber lohnenswert ist die Tour durch die verschneiten Wälder zum Aussichtsturm Moldaublick. Beim Aufstieg wird auch die letzte Kondition und Konzentration gefordert, denn oft ist es eisig und windig. Oben angekommen erwartet die Besucher ein weiter Blick über die Baumwipfel - in Richtung Österreich, Deutschland und Tschechien. Wer sich nach den anstrengenden Stunden auf eine Pause freut, ist in der Jausenstation am Fuß des Turms bestens aufgehoben.

Auch für Wintersport-Pausen bietet die Region einiges - so können Urlauber das Stift und seine Brauerei besuchen und sich in zahlreichen Museen und Schaubetrieben umsehen. Ein besonderes Museum, das eigentlich gar keines ist, hat in Haslach an der Mühl seine Pforten geöffnet: Die „Mechanische Klangfabrik” beherbergt die Sammlung des einheimischen Musikliebhabers Erwin Rechberger und zeigt die Entwicklung der Musikinstrumente vom Barock bis heute. Melodien klingen aus den rund 150 ausgestellten Musikautomaten: Phonograph, Walzenspieldosen, Edison, Drehorgeln, automatische Klaviere und Akkordeons, Tanzorgeln, Orchestrien, mechanische Figuren - sie alle faszinieren durch ihre Technik.

Weitere Informationen: Ferienregion Böhmerwald, Hauptstraße 2, A-4160 Aigen (Tel. aus Deutschland: 0043/7281/20065, E-Mail: info@boehmerwald.at)
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