Doppelten Ärger vermeiden: Tipps für die erfolgreiche Beschwerde

Von: Andreas Heimann, dpa
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Düsseldorf. Urlauber ärgern sich oft doppelt: Einmal am Urlaubsort, weil dort etwas ganz anders ist als erhofft. Und dann zu Hause, wenn sie erfolglos Ansprüche an den Veranstalter stellen. Das liegt in vielen Fällen einfach daran, dass sie es falsch angehen. Eine Grundregel lautet: Man muss schon am Urlaubsziel den Reiseleiter beziehungsweise den Veranstalter darauf hinweisen, dass man zum Beispiel mit dem Essen oder der Lage des Zimmers nicht zufrieden ist. Denn nur dann hätte der Veranstalter die Chance gehabt, den Mangel zu beseitigen, sagte Beate Wagner, Juristin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, im Gespräch mit dem dpa-Themendienst.

Diese Regel gilt auch, wenn der Veranstalter den Mangel gar nicht beheben kann - etwa in dem Fall, dass eine Autobahn direkt vor dem Hotel gebaut wird. Außerdem ist wichtig, die Fristen zu beachten: Maximal einen Monat nach der Rückreise haben Urlauber Zeit, sich schriftlich zu beschweren. „Und man muss in dem Schreiben auch klar sagen, dass man Geld zurückhaben möchte”, erläuterte Wagner. Sich einfach nur zu beklagen, reicht also nicht aus.

Die Beschwerde sollte am besten direkt an den Reiseveranstalter gehen - die Adresse findet sich in den Reiseunterlagen. Vielen sei gar nicht klar, dass der Veranstalter ihr Vertragspartner ist und nicht etwa das Reisebüro, in dem sie gebucht haben. Für den Brief ist ein Einschreiben mit Rückschein am besten, so dass sich im Zweifelsfall nachweisen lässt, wann er eingegangen ist. Ob man die Hilfe eines Anwalts in Anspruch nehmen will, hängt vom Fall ab - etwa davon, wie hoch der Streitwert voraussichtlich ist.

Verlangt der Kunde 150 Euro Reisepreisminderung und schickt der Veranstalter einen Verrechnungsscheck über 75 Euro, sollte der Kunde das nicht ohne weiteres akzeptieren und ihn einlösen. Tut er das, gibt er sich dann automatisch mit der Summe zufrieden. Will er das nicht, muss er dagegen protestieren und den Scheck unangetastet lassen, riet Beate Wagner. Oder man müsse dem Veranstalter mitteilen, dass man den Scheck nur als Anzahlung betrachtet.
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