Deutschland-Tourismus hat Krise besser überstanden

Von: dpa
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Frankfurt/Main. Das Reiseland Deutschland ist besser durch die Wirtschaftskrise gekommen als die europäischen Länder insgesamt.

Während europaweit die Ankünfte ausländischer Gäste 2009 im Schnitt um 5,6 Prozent sanken, gab der Wert für Deutschland nur um 2,7 Prozent nach, teilte die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) am Donnerstag unter Berufung auf Daten der Welttourismusorganisation UNWTO in Frankfurt mit.

Inzwischen habe Deutschland in Europa genauso wie Frankreich einen Marktanteil von rund neun Prozent. Damit sei Italien mit acht Prozent auf Platz vier verdrängt worden. An der Spitze liegt weiterhin Spanien mit elf Prozent. Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis in Deutschland sei „gerade in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten ein wichtiger Faktor”, sagte DZT-Chefin Petra Hedorfer. Die DZT ist für die Vermarktung des Deutschland-Tourismus vor allem im Ausland zuständig.

Die Übernachtungszahl inländischer Gäste stieg laut Statistischem Bundesamt vergangenes Jahr um 0,3 Prozent auf knapp 314 Millionen. Eine genauere Analyse zeige, dass die Zahl der Geschäftsreisen um vier Prozent sank, die Urlaubsreisen im eigenen Land aber um zwei Prozent zulegten, sagte Hedorfer. Einer Untersuchung zufolge habe es besonders im Segment der Kurzurlaube eine um sechs Prozent höhere Nachfrage gegeben.

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) als Dachverband regionaler Tourismusorganisationen forderte unterdessen in Berlin eine weitere Stärkung des Deutschland-Tourismus. Ein Schwerpunkt sei die Verbesserung der Qualität. „Der größte Teil unserer Hotels, Freizeiteinrichtungen und der touristischen Infrastruktur spielt in der europäischen "Champions League" oben mit”, sagte DTV-Präsident Reinhard Meyer. Manche Kleinstbetriebe und Unterkünfte im ländlichen Raum stünden aber noch vor Herausforderungen.

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