Cancún - Cancúns Strände: Heißer Kampf ums weiße Gold

Cancúns Strände: Heißer Kampf ums weiße Gold

Von: Franz Smets, dpa
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Cancuns Strände: Heißer Kampf ums weiße Gold
Bagger verteilen weißen Sand an den Stränden von Cancun, Mexiko. Foto: dpa

Cancún. An der mexikanischen Karibikküste herrscht zum Jahreswechsel touristische Hochsaison. Die Zeit der Wirbelstürme ist vorüber, die Temperatur hält sich bei 30 Grad. An den rund 30 Kilometer langen Sandstränden genießen die Urlauber aus der ganzen Welt den weißen Sand und das türkisfarbene Meer.

Doch der Strand ist wegen seines Sandes eine flüchtige Sache. Immer wieder schwemmten die Wellen das weiße Gold der bedeutendsten Tourismusregion Mexikos fort.

Zerklüftete weiße Sandsteinfelsen kamen zum Vorschein. Das soll jetzt anders werden: Bis Anfang Dezember wurden über eine Million Kubikmeter Sand herangepumpt, um zu Füßen der Hotelanlagen einen 40 Meter breiten Strand aufzuschütten. Bis zum Februar sollen es mehr als sechs Millionen Kubikmeter Sand werden.

Mexiko lässt sich die Sanierung von Cancúns Stränden rund 60 Millionen Euro kosten, denn ohne den Sand würden die Touristen ausbleiben. Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des nordamerikanischen Landes, und er ist zumindest im Staat Quintana Roo, zu dem Cancún gehört, der mit Abstand wichtigste Arbeitgeber. Die Stadt entstand vor nicht einmal 40 Jahren und heute hat sie rund 800.000 Einwohner. Jedes Jahr kommen 60.000 hinzu.

„Ohne Sand verlieren wir unsere Arbeit”, sagte etwa die Kellnerin Gaby im Hotel „Gran Caribe Real”. Wenige hundert Meter vor der Küste steht ein riesiger Schiffsbagger und pumpt durch ein über ein Meter dickes Stahlrohr ein Gemisch aus Wasser und Sand vor den Strand des Hotels, das es von der 40 Kilometer entfernten Insel Cozumel herangeschafft hat.

„Wir haben vor kurzem sogar gestreikt und demonstriert, damit der Sand auch zu uns gebracht wird”, sagt sie. Die Angestellten der beiden Hotels zogen an den Strand mit Plakaten wie „Der Sand ist meine Arbeit” und „Ohne Sand keine Arbeitsstelle”.

Zwischen verschiedenen Hotelunternehmen war es zuvor zu einer Auseinandersetzung gekommen, nachdem die Gruppe Real Resorts, der Eigentümer zweier Luxushotels, vor seinen Anlagen eine Barriere mit Felsbrocken versenkt hatte. Sie sollte das Auswaschen des Strandes vereiteln. Das geschah aber wohl zum Nachteil der Nachbarn, da dies möglicherweise zu einer rascheren Erosion ihrer Strandanteile führte.

Daher wurde die Staatsanwaltschaft zum Schutz der Umwelt (Profepa) eingeschaltet. Sie sorgte dafür, dass die Strände vor den beiden Hotels der Gruppe Real Ressorts zunächst nicht aufgeschüttet wurden. Die Nachbarn forderten Strafen gegen die beiden Luxushotels, die zu den erfolgreichsten der Region zählen und selbst in den Nebensaison zu über 90 Prozent belegt waren.

Probleme gab es auch mit der Insel Cozumel, von wo zwei Baggerschiffe einen großen Teil des weißen Goldes heranschaffen. Umweltschützer und Tourismusunternehmen der Insel protestierten gegen den Aderlass, doch entschied der Gouverneur Felix González Canto, dass es keinen legalen Grund gebe, die Entnahme des Sandes von den Bänken in Cozumel zu stoppen.

Zuletzt hatte der Hurrikan Wilma, der im Oktober 2005 rund 60 Stunden lang über Cancún wütete, große Teile des Sandes ins Meer gesogen. Die Zone mit den rund 130 Hotels war schwer beschädigt worden. 2006 wurde der Sand zurückgepumpt um die Strände wiederherzustellen. Mit geringem Erfolg. Denn die nächsten Unwetter ließen den Sand wieder verschwinden. Dieses Mal wird nicht nur der Strand, sondern es werden auch ufernahe Vertiefungen aufgefüllt, so dass nach Expertenhoffnung der Strand dauerhaft Bestand haben wird.
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