Breslauer Oper feiert „Maskenball” und zieht durch die Stadt

Von: dpa
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Breslau
Kultur hat es nicht immer leicht, wenn nebenan Fußball gespielt wird. Macht nichts, sagt Ewa Michnik, die Leiterin der Breslauer Oper. Sie plant zwei Aufführungen von Verdis „Maskenball” vor und nach dem Spiel der polnischen Nationalmannschaft - und hofft auf viele Gäste. Foto: dpa

Breslau. Kultur hat es nicht immer leicht, wenn nebenan Fußball gespielt wird. Macht nichts, sagt Ewa Michnik, die Leiterin der Breslauer Oper. Sie plant zwei Aufführungen von Verdis „Maskenball” vor und nach dem Spiel der polnischen Nationalmannschaft - und hofft auf viele Gäste.

Hochkultur im Fußballstadion? Für die Leiterin der Breslauer Oper Ewa Michnik ist das kein Widerspruch. „In Polen hat sich das lange keine Oper getraut, wir schon.” Und so hat Michnik bereits ihre ganz eigenen Pläne für das nagelneue Stadion, das Breslau (Wroclaw) rechtzeitig zur Fußball-Europameisterschaft bekommen hat: Im nächsten Jahr will sie dort Giuseppe Verdis „Aida” inszenieren. Während der EM in diesem Sommer (8. Juni bis 1. Juli), bei der Polen und die Ukraine die Gastgeber sind und auch im neuen Breslauer Stadion der Ball rollt, zeigt die Oper Verdis „Maskenball”, allerdings im Olympiastadion, um den Kickern nicht in die Quere zu kommen.

An der Traditionssportstätte fühlen sich die Darsteller bereits zu Hause: „Wir haben dort im Juni 2010 Turandot gespielt, vor insgesamt 28.000 Zuschauern aus ganz Polen und dem Ausland”, erzählt Michnik. Noch drei Jahre früher hat die Oper vor Breslaus zum Weltkulturerbe zählender Jahrhunderthalle unter freiem Himmel Gaetano Donizettis „Liebenstrank” auf die Bühne gebracht. „Unser Publikum ist schon gewohnt, dass wir an ganz verschiedenen Orten der Stadt zu sehen sind”, sagt Michnik.

Mit dem „Maskenball” in diesem Sommer will sie nicht nur eingefleischte Opern-, sondern auch Fußballfans begeistern: „Wir möchten zeigen, dass man sich auch mit Hochkultur gut unterhalten kann.” Geplant sind Aufführungen am 15. und am 17. Juni, jeweils vor und nach dem Spiel der polnischen Mannschaft gegen Tschechien, wenn Breslau voller Fans sein wird. Am 15. Juni wird es außerdem ab 13.00 Uhr passend zum „Maskenball” einen karnevalesken Umzug durch die Stadt geben, der an der Oper startet und über den Rynek führt.

„Wir rechnen mit 15.000 Teilnehmern, Schüler, Studenten, Chöre, Orchester, aber zum Beispiel auch Feuerschlucker.” Zuschauer und Teilnehmer können sich eine Maske kaufen, die von Breslauer Schülern gebastelt wurden. Auch Studenten der Hochschule für Bildende Künste werden Masken herstellen, die dann versteigert werden sollen - zugunsten von bedürftigen Kindern der Stadt.

Am 17. Juni sollen um 12.00 Uhr Wasserfahrzeuge aller Art, Motor- und Ruderboote, Flöße, Kajaks, kurz alles, was schwimmen kann, auf der Oder zu einer Tour über den Fluss starten. Dabei geht es bis zum Breslauer Zoo, wo die Boote am Ufer festmachen. Dort ist dann ein großes Picknick mit Volksfestcharakter geplant. „Mein Traum ist, dass es den Maskenumzug und die Oderfahrt künftig jedes Jahr im Juni gibt”, sagt Ewa Michnik - auch, wenn die Fußballfans dann längst wieder weg sind.

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