Breslau ist die Stadt der Zwerge

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
Brelau Zwerge

Breslau. Breslau (Wroclaw) ist die Stadt der Zwerge: Die Mützenträger begegnen Besuchern an vielen Stellen, an denen man sie nicht vermutet hätte - und ganz ohne jede Erklärung. Gartenzwerge sind es nicht, und sie hantieren auch nicht mit Gießkanne und Harke.

Dagegen tragen sie mal coole Sonnenbrillen, kratzen sich am Ohr, posieren als Lenin, als verirrter Tourist oder als Sträfling mit Fußfessel im Gefängnis. Sie scheinen immer irgendwie den Schalk im Nacken zu haben - und erinnern an die frühen 80er Jahre, als in Polen Kriegsrecht herrschte.

Die kommunistische Führung hatte 1981 das Kriegsrecht verhängt und die Gewerkschaft Solidarnosc verboten. „Wroclaw war ein Zentrum des künstlerischen Widerstands”, erklärt Stadtführerin Beata Wers. „Es gab regelmäßig Streetperformances, bei denen die Politik karikiert und lächerlich gemacht wurde.”

Die Oppositionellen, die sich Orangene Alternative nannten, mischten sich bei solchen dadaesken Aktionen zum Beispiel bei Feiern zum Tag der Oktoberrevolution in die Menge und mischten das Programm auf. Zum Teil demonstrierten sie im Zwergenkostüm. Waldemar Frydrych, einer der Initiatoren, hatte auch die Idee zum Zwerg als Symbol des Widerstands, das bald an vielen Stellen der Stadt zu sehen war.

Die heutigen Zwerge sind aus Bronze und mehr ein Gag für die Touristen. Wie viele es genau sind, lässt sich schwer sagen, weit mehr als 100 auf jeden Fall. Und die Zahl wächst kontinuierlich.

Wer möchte, kann einen Stadtrundgang durch Breslau auf den Spuren der Zwerge machen und dabei auch alle anderen wichtigen Sehenswürdigkeiten kreuzen. Eine Karte mit den Punkten, an denen Zwerge, auf Polnisch Krasnale genannt, zu sehen sind, findet sich im Internet auf einer speziellen Zwergenwebseite (http://dpaq.de/GOI1a).

Die Homepage wurde aktualisiert