Bitte nicht füttern: Tipps zum Umgang mit streunenden Hunden

Von: Elke S. Gersmann, ddp
Letzte Aktualisierung:

Bonn. Auch dieses Jahr werden wieder viele in den Süden reisen. Doch in vielen Ländern am Mittelmeer warten nicht nur Sonne und Strand, sondern auch unzählige herrenlose Hunde und Katzen.

Ausgesetzte Tiere werden dort meistens ihrem Schicksal überlassen, mit der Folge, dass es immer mehr werden. Man trifft auf sie oft in der Nähe von Hotelanlagen, da sie dort von mitleidigen Urlaubern gefüttert werden. Doch das sollte man eigentlich besser nicht tun, mahnt Katrin Umlauf vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn: „Es ist verständlich, dass solche einzelnen Tierschicksale berühren. Aber man hilft den Tieren überhaupt nicht, indem man sie füttert.”

Im Gegenteil könne das die Situation noch verschlimmern: Wegen der scheinbar sicheren Futterquelle steige oft auch die Population. Doch nach dem Ende der Reisesaison versiegt diese wieder und die Tiere müssen hungern. Hinzu kommt, dass die Streuner in den Hotels nicht gern gesehen sind und verjagt werden, sobald die letzten Touristen abgereist sind.

Das größte Problem ist, dass sich niemand für die herrenlosen Tiere verantwortlich fühlt, sie nirgendwo gern gesehen sind und sich daher an der gesamten Situation nichts ändert. So löblich es ist, sich einem Einzelschicksal zu widmen: Hilfreicher seien Maßnahmen mit langfristiger Wirkung, sagt die Tierschützerin. Und hier könnten tierliebende Urlauber durchaus etwas tun. Denn um den Tierschutz ist es in den betreffenden Ländern oft nicht besonders gut bestellt.

„Wer in seinem Urlaubshotel unversorgte Tiere bemerkt und vielleicht auch Misshandlungen beobachtet, sollte aktiv werden und an die Hotelleitung herantreten”, empfiehlt Umlauf. Wer das alleine nicht tun mag, könne unter den anderen Gästen auf die Suche nach Mitstreitern gehen.

Wichtig ist dabei, sich nicht einfach nur zu beschweren, sondern vielleicht auch gleich Lösungsvorschläge parat zu haben. So hat zum Beispiel eine kleine Katzenkolonie auf der Hotelanlage auch Vorteile: Die Tiere halten Mäuse und andere Nager in Schach und erfreuen die meisten Gäste. Es dürfen nur nicht zu viele von ihnen sein. Deshalb ist hier - wie in allen anderen Fällen auch - die Kastration ein wichtiges Mittel, um die Situation für alle zu verbessern. „Problematisch ist meistens nicht, dass es überhaupt streunende Tiere gibt, sondern dass es so viele sind”, erklärt Umlauf.

Inzwischen gibt es fast überall vor Ort gemeinnützige Organisationen und private Tierheime, die herrenlose Hunde und Katzen einfangen, um sie zu kastrieren und tierärztlich zu versorgen. Auch sie versuchen, mit Hotels zusammenzuarbeiten. Setzt man sich als Gast für das gleiche Ziel ein, ebnet man diesen Tierschutzorganisationen den Weg. Wer sich scheut, sich selbst zu äußern, kann die Hilfsmaßnahmen für die Streuner auch mit Spenden unterstützen.

„Finanzielle Unterstützung ist sehr willkommen, denn Kastrationen und die tierärztliche Versorgung sind teuer. Aber auch Futterspenden werden gerne genommen”, weiß Umlauf. Informationen zu Tierheimen und Organisationen in oder in der Nähe des Urlaubsortes gibt es beim Deutschen Tierschutzbund unter tierschutzbund.de oder Telefon 0228/604960.

Die Tierschutzexpertin rät auch eher davon ab, ein Tier mit nach Deutschland zu nehmen. Zum einen sei die Prozedur recht langwierig und aufwendig: Es müssen tierärztliche Untersuchungen und vorgeschriebene Impfungen nachgewiesen werden. Zum anderen, warnt Umlauf, ist das freie Leben einem Tier schwer wieder abzugewöhnen: „Es gab Fälle, in denen Katzen in Deutschland ins Tierheim gegeben wurden, weil sie in der Wohnung ständig die Wände hochgingen.” Sie kannten eben nur das Leben unter freiem Himmel.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert