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Bello an Bord: Reisen mit Haustieren richtig vorbereiten

Von: Florian Sanktjohanser, dpa
Letzte Aktualisierung:
dackel urlaub hund
Mit dem Dackel unterwegs: Urlaub mit Hund muss gut geplant sein. Foto: dpp

Dortmund/Bonn. Eine Woche lang im Kanu, jeden Tag von morgens bis abends, dazwischen nur eine Mittagspause. Selbst für viele Menschen wäre das eine Geduldsprobe, für einen Hund erscheint es wie Folter. „Er hat es geliebt”, entgegnet Udo Kopernik, der seinen ausgewachsenen Pyrenäen-Schäferhund auf eine solche Reise mitgenommen hat.

Begeistert habe das Tier die Gegend ausgespäht und die Nähe zu seinem Herrchen genossen, untertags im Boot, nachts im Zelt. Im Grunde machten Hunde alle Reisen gerne mit, sagt der Sprecher des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) in Dortmund. Denn sie liebten es, Neuland zu erkunden.

Dem stimmt Steffen Beuys vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn zu. Hunde seien sehr neugierige und unkomplizierte Reisebegleiter. Sie könnten grundsätzlich auf jede Reise mitgenommen werden - solange ihr Gesundheitszustand es zulässt. Andere Haustiere seien weit weniger reisefreudig: Vögel und Kleintiere wie Hamster oder Meerschweinchen sollten daheim gelassen werden. Ihnen machten Temperaturschwankungen schwer zu schaffen.

Auch Katzen reisen nicht gerne. Sie bleiben lieber im vertrauten Revier. Nur einige wenige hätten eine so innige Beziehung zum Halter, dass sie ihm bereitwillig in den Urlaub folgen, so Beuys. Eine Reise mit vielen Ortswechseln ist aber auch für diese Miezen nichts. Wohl fühlen sich Katzen nur bei einem längeren Aufenthalt an einem einzigen Ort, etwa in einer Ferienwohnung. Ebenso wie bei Hotels und Campingplätzen sollten Besitzer von Vierbeinern vorher nachfragen, ob Haustiere erlaubt sind.

Hunde sind zwar deutlich flexibler als Katzen, aber auch auf ihre Bedürfnisse sollten Halter unterwegs Rücksicht nehmen. Nicht jedes Urlaubsziel eigne sich für jeden Hund, warnt Sabine Merz von der Bundestierärztekammer in Bonn. So würden nordische Rassen wie Huskys oder Neufundländer in südlichen Ländern in der Hitze des Hochsommers jämmerlich leiden. Schließlich können sie sich nicht wie die Herrchen im Swimmingpool abkühlen.

Auch Reiserechtliches spielt bei der Auswahl des Urlaubsziels eine große Rolle. Hier gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern: Innerhalb Europas gelten etwa in Schweden und England besonders strenge Regeln für die Einreise mit Tieren. Kein Wunder, schließlich hatten diese Länder laut Merz noch nie Tollwutfälle - und sie wollen, dass das so bleibt. Daher verlangen sie neben der üblichen Impfung auch eine Untersuchung der Vierbeiner auf Tollwut-Antikörper.

Noch komplizierter sei die Einreise in vielen Ländern außerhalb der EU, die eigene Sonderregeln haben. Dort seien die Formalien viel teurer und dauerten viel länger, sagt Merz. Mindestens drei bis sechs Monate Vorlaufzeit sollten eingeplant werden. Innerhalb der EU können Tierhalter dagegen relativ problemlos die Grenzen überqueren. Meist genügt der EU-Heimtierausweis.

Steffen Beuys rät, das Haustier zusätzlich online im Deutschen Haustierregister des Tierschutzbundes erfassen zu lassen, das mit anderen europäischen Registern verbunden ist. So könne beispielsweise ein Hund, der in Griechenland entlaufen ist, leicht in einem dortigen Tierheim identifiziert werden.

Eine sorgfältige Vorbereitung entscheidet auch maßgeblich darüber, ob die Fahrt selbst angenehm verläuft. Meist verreisen Tierbesitzer im Auto. Dort seien Hund und Katze am besten in einer gut befestigten Transportbox aufgehoben, sagt Kopernik. Um einem Hund den Aufenthalt in der Plastikkiste mit vergittertem Eingang zu erleichtern, sollte er von klein auf daran gewöhnt werden.

So kann die Box etwa im Haus als Hundehütte verwendet werden. Ist sie eine vertraute Rückzugshöhle für den Hund, hat er auf Reisen sogar ein kleines Stück Zuhause dabei. Ein weiterer Vorteil der Box ist laut Kopernik, dass Halter ihren Hund darin im Hotelzimmer einsperren können, wenn sie abends in ein Restaurant gehen wollen.

Unterwegs sollte ein Hund aber nicht über viele Stunden in einer Box eingepfercht bleiben, sagt Kopernik. Alle zwei bis drei Stunden sollte ihm eine Pause gegönnt werden, bei der er frisches Wasser und Auslauf bekommt. Besonders auf Autobahnraststätten muss der Hund aber angeleint werden, damit er nicht verwirrt auf die Fahrbahn läuft.

Auch beim Füttern ist Vorsicht geboten: Am Reisetag sollte ein Hund vor der Abfahrt nur Wasser bekommen, damit ihm nicht übel wird. Im Übrigen gelte beim Futter: keine Experimente! Bekommen Hunde Ungewohntes vorgesetzt, mäkeln manche nicht nur daran herum, sondern bekommen auch Verdauungsstörungen. Und die will man im Auto bestimmt nicht erleben.

Hier gibt es den EU-Heimtierausweis

Der EU-Heimtierausweis kann ohne großen Aufwand von Tierärzten ausgestellt werden, die alle Formulare vorrätig halten. Im Normalfall bekomme der Halter den Ausweis noch am selben Tag, sagt Sabine Merz von der Tierärztekammer in Bonn. Der Pass kostet 20 Euro, dazu kommen Gebühren für Untersuchungen und Impfungen. Allerdings sollten sich Halter vorher bei der Tierärztekammer erkundigen, welche Ärzte den Ausweis ausstellen dürfen. Denn dazu sind nicht alle befugt.
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