München - Autoreisende im Visier von Diebesbanden

Autoreisende im Visier von Diebesbanden

Von: Elke Gersmann, ddp
Letzte Aktualisierung:

München. Das Auto ist immer noch das beliebteste Reisemittel und wird von vielen für die Fahrt in den Urlaub genutzt. Das wissen auch Kriminelle.

Manche haben sich darauf spezialisiert, Autofahrer zu bestehlen oder gar zu überfallen. In der fremden Umgebung ist deshalb auch im eigenen Auto besondere Umsicht gefordert.

Häufig handelt es sich nicht um Einzelpersonen, sondern um eine organisierte Bande. Die Tricks ähneln sich, in vielen Fällen wird auf einem Parkplatz oder an einer Tankstelle etwas am Fahrzeug manipuliert, zum Beispiel ein Reifen zerstochen, wie Regina Ammel vom ADAC in München weiß: „Anschließend werden die Autofahrer noch vor Ort oder während der Fahrt auf den Schaden aufmerksam gemacht.”

Unter dem Vorwand, helfen zu wollen, lenkt eine Person die Beteiligten ab und eine andere stiehlt Geld und Wertsachen aus dem Fahrzeug.

Selbst wenn jemand nur nach dem Weg fragt, sollte man sein Auto im Blick behalten, warnt Ammel. Auch das könne ein Ablenkungsmanöver sein. Wird man während der Fahrt auf Defekte am Fahrzeug aufmerksam gemacht, gilt es ebenso vorsichtig zu sein. „In solchen Fällen sollte man das Handy zeigen und deutlich machen, dass die Polizei gerufen wird”, sagt Ammel. Diebe könnten dadurch abgeschreckt werden.

Man sollte möglichst bis zur nächsten Raststätte fahren, um dort das Auto zu überprüfen. Falls ein Halt nicht zu vermeiden ist, rät Ammel, das Fahrzeug abzuschließen und mit dem Handy Hilfe zu rufen. Ein Mitreisender sollte dabei immer beim Fahrzeug bleiben. Um solchen Situationen vorzubeugen, empfiehlt die ADAC-Expertin, das Fahrzeug nach jedem Rastplatzaufenthalt auf eventuelle Beschädigungen und Luftdruckverlust zu kontrollieren.

In den Innenstädten der Touristenmetropolen seien Diebe oft mit Mopeds unterwegs, warnt Ammel. Sie reißen nicht nur Passanten die Tasche von der Schulter, sondern greifen bei einem Ampelstopp auch ins Auto. Dafür öffnen sie die hintere Wagentür oder den Kofferraum. Besonders leicht macht es ihnen ein weit geöffnetes Fenster. Deshalb gilt: keine Wertsachen auf der Rückbank verstauen, während der Fahrt Türen und Kofferraum verriegeln und die Fenster nur einen Spalt öffnen.

Bei Stadtbesichtigungen nutzt man möglichst nur bewachte Parkplätze oder Garagen. „Noch besser ist es, den Wagen in der Hotelgarage zu lassen und mit einem Taxi oder öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum zu fahren”, rät Ammel. Ist man trotz aller Vorsicht Opfer eines Diebstahls oder Raubes geworden, sollte sofort die Polizei informiert werden. Bei den Formalitäten sind Kopien der Fahrzeug- und Ausweispapiere hilfreich, die man an einem möglichst sicheren Ort verwahrt. Alternativ kann man die Kopien auch zu Hause bei einer Vertrauensperson hinterlegen, die sie bei Bedarf als Fax oder PDF-Datei an den Urlaubsort schickt.

Generell gilt es, in gefährlichen Situationen Ruhe zu bewahren. „Man sollte die Täter nie provozieren und besser die Wertsachen hergeben, als sein Leben zu riskieren”, mahnt Ammel.
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