Ausgleichszahlungen sollen die CO2-Bilanz eines Urlaubs verbessern

Von: Elke Gersmann, dapd
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Das Thema Klimaschutz ist auch im Tourismus angekommen und immer häufiger gibt es Angebote, die einen klimaneutralen Aufenthalt oder eine CO2-freie Reise versprechen. Foto: dapd

Eberswalde. Das Thema Klimaschutz ist auch im Tourismus angekommen und immer häufiger gibt es Angebote, die einen klimaneutralen Aufenthalt oder eine CO2-freie Reise versprechen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass keine klimaschädlichen Gase anfallen, sondern dass diese in der Regel kompensiert werden, wie Professorin Claudia Brözel vom Fachbereich für Nachhaltigen Tourismus an der Hochschule Eberswalde erläutert: „Es geht dabei darum, den beispielsweise durch einen Flug oder Hotelaufenthalt verursachten Ausstoß von Kohlendioxid an anderer Stelle wieder einzusparen.”

Geregelt werde dieses durch das als Kyoto-Protokoll bekannte internationale Klimaschutzabkommen. Die unterzeichnenden Staaten haben sich verpflichtet, bestimmte Klimaschutzziele einzuhalten. Das gelinge nicht allen, sagt Brözel, deshalb gebe es unter anderem die Möglichkeit, Projekte mit einem geprüften Standard in ärmeren Ländern finanziell zu unterstützen. Die durch einen deutschen Reisenden verursachten Treibhausgase würden dann beispielsweise mittels Einsatz von Solarkochern in Indien wieder eingespart.

Zahlen für das Klima

Hotels, Reiseveranstalter oder Transportunternehmen übernehmen das in der Regel nicht in Eigenregie. Sie zahlen einen bestimmten Betrag an Kompensationsdienstleister wie Atmosfair, MyClimate oder goClimate, die diesen dann in die jeweiligen Projekte investieren. Inzwischen gibt es einige dieser Anbieter, mit unterschiedlich hohen Kosten für eine Kompensation. „Diese Unterschiede ergeben sich unter anderem aus den Berechnungsgrundlagen. Je strenger die Kriterien, desto genauer werden die tatsächlich verursachten Treibhausgase wie Kohlendioxid erfasst”, erläutert die Expertin.

Allerdings sollte der Einsatz für den Klimaschutz nicht mit der Ausgleichszahlung enden. Ebenso wichtig sei es, ob generell beziehungsweise vor Ort Maßnahmen zur Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen ergriffen werden. „Erhaltene Gütesiegel und Zertifikate können in diesem Zusammenhang eine gute Orientierungsmöglichkeit bieten”, sagt Brözel. Denn es sei immer noch besser, Treibhausgase gleich zu vermeiden, statt für ihren Ausstoß zu zahlen.

Eigenverantwortung übernehmen

Reisende können auch selbst Kompensationszahlungen beispielsweise für ihren Flug leisten: „Das ist eine gute Möglichkeit, etwas Eigenverantwortung für die persönliche Klimabilanz zu übernehmen.” Am besten setzt man dafür gleich beim eigenen Reiseverhalten an, indem man beispielsweise statt mit dem Flugzeug mal mit der Bahn reist oder statt mehrerer Kurzurlaube lieber zwei längere Ferienaufenthalte plant: „Es geht nicht darum, auf alles zu verzichten. Doch wenn viele auch nur ein bisschen tun oder verändern, schlägt sich das durchaus positiv im Gesamtergebnis nieder”, betont Brözel.
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