Antigua und Barbuda: Ein Strand für jeden Tag des Jahres

Von: Elke Gersmann, ddp
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English Harbour im Südwesten der Insel ist nicht nur eine der landschaftlich schönsten Ecken Antiguas, es ist auch eine geschichtsträchtige Gegend. Denn English Harbour war im 17. Jahrhundert einer der wenigen Naturhäfen in der Karibik, der vor den schon damals gefürchteten Hurrikans sicher war. Foto: ddp

St. John. 365 Sandstrände sollen es sein, die in strahlendem Weiß oder manchmal auch Pink die beiden karibischen Schwesterinseln Antigua und Barbuda einrahmen - ein Strand für jeden Tag des Jahres.

Das nachzuzählen, wird schwierig, aber auf den ersten Blick kann es durchaus sein. Denn schon die größere Hauptinsel Antigua bietet nicht nur am karibischen Meer sondern auch an ihrer dem Atlantik zugewandten Seite perfektes Strandvergnügen - das können nicht viele Karibikinseln vorweisen. Denn oft geht es an der Atlantikküste ziemlich rau zu. Es sei denn, sie ist durch vorgelagerte Sand- und Felsbänke geschützt wie auf Antigua und Barbuda.

Tourismus findet vor allem auf der Hauptinsel des Inselstaats statt. Auf dem kleineren Barbuda ist davon nicht viel zu merken, trotz der einladenden kilometerlangen, einsamen Strände wie dem Seventeen Mile Beach und der Low Bay mit ihrem rosafarbenen Sand. Doch eines der drei Resorts der Insel, der luxuriöse K-Club, hat vor einiger Zeit seine Pforten schließen müssen. Prinzessin Diana mochte diesen Ort und verbrachte dort regelmäßig einige Tage. Das zog auch andere Gäste an, die jedoch nach dem Tod von Lady Di immer mehr wegblieben. Heute bevölkern nur Tagesausflügler, die mit dem Katamaran von Antigua gekommen sind, für kurze Zeit Wasser und Strand vor dem ehemaligen K-Club. Sind sie nach ein oder zwei Stunden wieder weg, liegt alles still und verlassen da, bis die nächsten kommen.

Wer Ruhe sucht und einen Einblick in das ursprüngliche karibische Leben bekommen möchte, ist auf Barbuda richtig. Und neben den beiden verbliebenen Strandresorts gibt es auch einige Guesthouses in der Inselhauptstadt Codrington - Urlaub mit Familienanschluss. In der großen Codrington-Lagoon versteckt sich außerdem ein Highlight für Naturfreunde: ein Schutzgebiet für eine Kolonie Tausender Fregattvögel. Mit kleinen Booten kann man ihnen einen Besuch abstatten. Dicht an dicht sitzen die riesigen Vögel, die man sonst nur hoch oben im Himmel schweben sehen kann, auf den Ästen. Besonders eindrucksvoll ist ein Besuch während der Balzzeit, wenn die männlichen Fregattvögel mit ihrem aufgeblasenen, knallroten Kehlsack um die Weibchen buhlen.

Doch auch auf Antigua geht es nicht gerade laut zu - man merkt immer noch den britischen Einfluss. Nachdem schon 1946 das erste Parlament eingerichtet wurde, startete der Inselstaat am 1. November 1981 endgültig in die Unabhängigkeit von Großbritannien. Und dieser Tag wird jedes Jahr mit einer großen Parade in der Hauptstadt St. Johns gefeiert. Bunt bemalte Holzhäuser prägen das Gesicht des Städtchens an der Westküste. Einer der wenigen Orte auf Antigua, wo es richtig turbulent zugeht, ist der Markt. An den Ständen gibt es Obst und Gemüse, frisch gefangenen Fisch, aber auch allerlei Handwerk. Und mancher verkauft - nicht ganz legal - aus dem Auto heraus das selbstgemachte Mittagessen.

Gediegener ist es unten am Hafen, wo heute in den alten Lagerhäusern des Heritage und des Redcliffe Quay schicke Läden und kleine Restaurants oder Bars auf Touristen warten. Vor allem, wenn hin und wieder ein Kreuzfahrtschiff anlegt, wird es hier ziemlich voll. Zwei Dinge stechen in St. Johns besonders heraus: die Kathedrale auf einem Hügel über der Stadt und das Denkmal für V.C. Bird, den ersten Premierminister von Antigua und Barbuda. Letzteres dürfte durch die schreiend bunte Bemalung und die in die Zukunft weisende Geste des Staatsgründers länger in Erinnerung bleiben. Solche Denkmäler kennt man sonst eher aus dem „Real Existierenden Sozialismus”.

Doch bunt sind hier nicht nur die Häuser und die Denkmäler, auch die Natur zeigt sich besonders farbig - vor allem im Süden, der vulkanischen Ursprungs ist und wo es auch noch Reste tropischen Regenwaldes gibt. In den Dörfern haben es dort die Gärtner mit einem „Unkraut” ganz besonderer Art zu tun: Der Hibiskus wächst und wuchert derart, dass er sich kaum bändigen lässt.

Das gilt auch rund um English Harbour im Südwesten der Insel. Dort ist nicht nur eine der landschaftlich schönsten Ecken Antiguas, es ist auch eine geschichtsträchtige Gegend. Denn English Harbour war im 17. Jahrhundert einer der wenigen Naturhäfen in der Karibik, der vor den schon damals gefürchteten Hurrikans sicher war. Und daher richtete die britische Marine dort einen ihrer wichtigsten Stützpunkte in der Neuen Welt ein.

Ein wenig von der damaligen Atmosphäre ist noch im Nelsons Dockyard National Park mit seinen restaurierten Lagerhäusern, Unterkünften und Pulvermagazinen spürbar. Wer mag, kann dort sogar in einem historischen Hotel übernachten. Wo früher die britische Flotte vor Anker lag, befindet sich jetzt ein schöner Jachthafen. Und hoch darüber eine der Attraktionen der Insel, die Touristen, aber auch Einheimische, magisch anzieht: Shirley Heights. Im 18. Jahrhundert wurde hier eine Festung zum Schutz des Hafens errichtet. Wer oben angekommen ist, weiß warum: Das 360-Grad-Panorama gab Piraten oder feindlichen Schiffen keine Chance, sich unbemerkt zu nähern.

Heute muss man sich nicht mehr vor Feinden schützen und der wohl schönste Ausblick der Karibik ist nur noch zum Genießen da. Sonntags ist hier ordentlich was los. Dann gibt es ein Barbecue, bei dem erst Steelbands und später Reggae-Rhythmen für Stimmung sorgen. Man kann essen, tanzen - oder einfach nur sinnierend den Sonnenuntergang über der Bucht, den Bergen und dem Meer betrachten.
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