Ärger mit Ferienwohnungen: Kampf auf dem Wohnungsmarkt

Von: dpa
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Berlin / Ferienwohnung
Es muss nicht gleich das Hotel Adlon sein: das Geschäft mit Ferienwohnungen boomt in deutschen Großstädten. Allein in der Hauptstadt soll es nach Schätzungen der Berliner Mietergemeinschaft mindestens 12.000 dieser günstigen FeWos geben. Foto: dpa

Berlin. Ob Berlin, Hamburg oder München - das Geschäft mit Ferienwohnungen boomt in deutschen Großstädten. Allein in der Hauptstadt soll es nach Schätzungen der Berliner Mietergemeinschaft mindestens 12.000 dieser günstigen Unterkünfte - kurz: FeWo - geben.

Kritiker bemängeln, dass rarer Wohnraum für die Städter verloren gehe. Während in Berlin etwa die Einwohnerzahl wächst, schrumpft der Wohnungsmarkt. So steigen die Mietpreise spürbar an. Nur noch 40.000 bis 45.000 kurzfristig zu vermietende Wohnungen gibt es laut Senat.

Für Vermieter sind die Ferienwohnungen ein lukratives Geschäft: Die Besucher zahlen mehr als feste Mieter. Aber auch die Gäste kommen auf ihre Kosten. Meist müssen sie weniger als für Hotelübernachtungen ausgeben - vor allem wenn sich Gruppen ein Appartement teilen. Das ärgert naturgemäß auch die Hotelbranche wegen verlorener Einnahmen.

In Berlin gab es 2011 laut Statistikamt fast 22,4 Millionen Übernachtungen bei knapp 9,9 Millionen Besuchern. Hinzu kamen laut Marketing-Agentur Visit Berlin geschätzte drei Millionen Übernachtungen in privaten Ferienwohnungen. Darunter leiden oft die Bewohner der umfunktionierten Mietshäuser, weil nächtlicher Lärm und Müll anfallen. In einer Umfrage geben 95 Prozent von ihnen an, negative Erfahrungen mit den Kurzzeit-Nachbarn gemacht zu haben.

Politik und Verwaltung haben das Problem mit den hotelähnlichen Angeboten zwar erkannt. Allerdings sind sie meist machtlos. Gerichte stoppten immer wieder Vorstöße, die Ferienwohnungsflut einzudämmen. Zwar gelten in Berlin strenge Auflagen für den Brandschutz ab einer bestimmten Bettenzahl. Nur eingehalten werden sie von den FeWo-Anbietern selten - das wissen auch die Behörden.

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