Köln/Aachen - Wegen Hautfarbe kein Mietvertrag: Schadenersatz

Wegen Hautfarbe kein Mietvertrag: Schadenersatz

Von: dpa
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Ein Mietvertrag. Foto: dpa

Köln/Aachen. Wird ein Mietinteressent wegen seiner Hautfarbe oder ethnischen Herkunft abgelehnt, droht Schadenersatz. Das sei eine Verletzung der Menschenwürde und damit des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, stellte das Kölner Oberlandesgericht am Dienstag in einem Berufungsverfahren fest.

Ein Immobilienverwalter muss demnach einem Paar schwarzafrikanischer Herkunft gut 5000 Euro Schadenersatz zahlen, weil es wegen seiner Hautfarbe als Mieter zurückgewiesen worden war. Es ist keine Revision zugelassen.

„Das Urteil hat Signalwirkung auf den Immobilienmarkt”, sagte der Beistand der Familie, Isabell Teller, vom Aachener Gleichbehandlungsbüro. Der Fall aus Aachen müsse Immobilienverwaltern und Eigentümern eine Lehre sein. Das Paar hatte sich 2006 auf eine Annonce des Wohnungsverwalters gemeldet, weil es nach Aachen umziehen wollte.

Als die Interessenten zum Besichtigungstermin kamen, habe die Hausmeisterin das Paar abgewiesen mit den Worten, die Wohnung werde nicht an „Neger - äh Schwarzafrikaner oder Türken” vermietet, wie das Oberlandesgericht berichtete. In der zweiten Instanz hatte der Verwalter die Äußerung der Hausmeisterin zugegeben.

Mit der Verweigerung der Wohnungsbesichtigung und ihrer Äußerung habe die Hausmeisterin die Menschenwürde und damit das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Paares „besonders schwerwiegend” verletzt. Die Bezeichnung „Neger” sei nach heutigem Verständnis diskriminierend und ehrverletzend. Der Hausverwalter hafte für das Verhalten der Hausmeisterin, die Gehilfin für die Durchführung von Besichtigungsterminen sei.

Das Landgericht Aachen hatte die Klage zuvor abgewiesen. Die Aachener Richter meinten, die Klage hätte sich gegen den Eigentümer und nicht gegen die Hausverwaltung richten müssen.

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