Köln - Vorgesetzte dürfen Arbeitnehmer nicht beleidigen

Vorgesetzte dürfen Arbeitnehmer nicht beleidigen

Von: (dapd
Letzte Aktualisierung:

Köln. Arbeitnehmer müssen eine Beleidigung vom Chef nicht stillschweigend dulden. Das entschied das Landesarbeitsgericht Köln und gab damit der Klage eines Dachdeckers gegen die vom Arbeitgeber ausgesprochene fristlose Kündigung statt.

Im vorliegenden Fall hatte der Dachdecker den Juniorgeschäftsführer mit dem Satz „Pass auf, was du sagst, Junge”, zur Rede gestellt, nachdem dieser seine Ehefrau als „asozial” bezeichnet hatte. Der Arbeitgeber kündigte dem Kläger daraufhin fristlos.

Der Dachdecker habe nicht nur eine Drohung ausgesprochen, sondern den Juniorgeschäftsführer in Anwesenheit anderer Mitarbeiter abgewertet. Diese Begründung erkannten weder das Arbeits- noch Landesarbeitsgericht an. Der Kläger habe die Beleidigung seiner Ehefrau nicht hinnehmen müssen.

Die umstrittene Äußerung sei eine „nicht zu beanstandende unmissverständliche Warnung” an die Adresse des Juniorgeschäftsführers, von weiteren Beleidigungen abzusehen.

Die Autorität des Vorgesetzten sei von dem Vorfall nicht beeinträchtigt worden. Denn Autorität von Führungskräften beruhe auf korrektem und rechtmäßigem Verhalten im Betrieb. Durch die Beleidigung habe sich der Geschäftsführer jedoch „seiner Autorität bereits selbst beraubt”, so dass diese „nicht mehr herabgesetzt werden konnte”, befanden die Richter. (AZ: LG Köln 5 Sa 825/10)

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert