Vor Schönheits-OP muss der Arzt umfassend aufklären

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Gesicht verunstaltet, hässliche Narben, Schmerzen - schlimm, was manche Patienten nach einer sogenannten Schönheitsoperation berichten. Foto: dapd

Mainz/Berlin. Ärzte müssen vor kosmetischen Operationen auch über seltene Risiken und Konsequenzen umfassend informieren. Unterlässt ein Arzt das, verstößt er gegen seine Berufspflichten. Das geht aus einem Urteil des Verwaltungsgerichts Mainz hervor, auf das die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins in Berlin hinweist <i>(Az.: BG-H 1/09.MZ)</i>.

In dem Fall hatte ein Arzt bei einer Schönheits-OP bei einem Patienten ambulant Fett aus der Bauchdecke abgesaugt. Den Patienten ließ er zwar die Operationseinwilligung unterschreiben, in der verschiedene mögliche Komplikationen genannt waren. Über mögliche Durchblutungsstörungen der Haut klärte der Arzt jedoch nicht auf. Nach der Operation verfärbte sich die Bauchdecke des Patienten teilweise dunkel. Der Mann musste einen Monat lang stationär behandelt und viermal operiert werden. Dabei wurden ihm abgestorbene Teile der Bauchwand entfernt.

Die Richter entschieden, der Arzt habe wegen unzureichender Information schuldhaft seine Berufspflichten verletzt. Sie verurteilten ihn zu einer Geldbuße. Außerdem erhielt er einen Verweis. Gerade bei kosmetischen Operation müsse er das Für und Wider mit allen Konsequenzen und Risiken durchaus drastisch und schonungslos darstellen.
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