Vor Mietminderung muss Vermieter über Mangel informiert werden

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
Mieter Miete Schlüsselübergabe
Ist eine Wohnung nicht 100 Prozent in Ordnung ist, muss ein Mieter auch nicht die volle Miete zahlen. Foto: dpa

Berlin. Laute Nachbarn, Wasserflecken an der Decke oder ein defekter Aufzug - Mängel wie diese können Mietern großen Ärger bereiten. „Wenn die Wohnung nicht 100 Prozent in Ordnung ist, muss ein Mieter auch nicht die volle Miete zahlen”, erklärt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin.

Gekürzt werden dürfe die monatliche Zahlung an den Vermieter allerdings nur, wenn der Mieter den Schaden nicht selbst verursacht hat.

Bevor die Miete gemindert werden darf, muss der Vermieter über den Mangel informiert werden. Denn wenn dieser nicht weiß, dass etwa der Aufzug defekt ist, kann er ihn auch nicht reparieren lassen. Mieter müssten außerdem nachweisen können, dass es den Mangel wirklich gibt. Bei Lärm sollte ein Lärmprotokoll geführt werden, in dem festgehalten wird wann die Störung aufgetreten ist und wie lange sie gedauert hat.

Hintergrund ist ein Verfahren vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Die Richter entscheiden über die Frage, ob Mietminderungen wegen lärmender Touristen in der Nachbarschaft zulässig sind (Az.: VIII ZR 155/11).

Die Homepage wurde aktualisiert