Berlin/Regensburg - Versicherung muss verschriebenes Hörgerät ganz bezahlen

Versicherung muss verschriebenes Hörgerät ganz bezahlen

Letzte Aktualisierung:
Hörgerät Beratung
Gute Beratung ist wichtig - nur dann kann das Hörgerät optimal angepasst werden.

Berlin/Regensburg. Die Krankenversicherung muss die Kosten für ein Hörgerät vollständig übernehmen, wenn ein Arzt es verschrieben hat. Das gilt auch dann, wenn es günstigere Geräte gegeben hätte.

Darauf macht der Deutsche Anwaltverein (DAV) in Berlin aufmerksam - und verweist auf ein Urteil des Landgerichts Regensburg (Az.: 2 S 311/08).

In dem Fall hatte ein Arzt einem schwerhörigen Mann Hörgeräte für beide Ohren verschrieben. Die Verschreibung enthielt keine Angaben zur technischen Ausstattung des Geräts. Nachdem der Hörgeräteakustiker dem Patienten zwei Modelle für jeweils 3000 Euro angepasst hatte, übernahm dessen private Versicherung nur die Hälfte der Kosten. Sie begründete das damit, dass es auch günstigere Geräte mit weniger Zusatzfunktionen gebe. Der Patient klagte daraufhin auf volle Kostenübernahme.

Die Richter gaben ihm recht. Sie erklärten, die Hörgeräte seien medizinisch notwendig, und es sei üblich, dass Ohrenärzte keine Angaben zur technischen Ausstattung machen. Eine medizinisch anerkannte Heilbehandlung sei nicht unnötig, nur weil sie teurer als eine andere Behandlung sei. Außerdem könnte der Patient nur durch jahrelanges Erproben herausfinden, welches Hörgerät für ihn optimal ist. Das sei ihm nicht zuzumuten.
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