Darmstadt - Urteil: Krankenkasse muss Behindertendreirad zahlen

Urteil: Krankenkasse muss Behindertendreirad zahlen

Von: ddp
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Darmstadt. Zur Vorbeugung eines drohenden Verlustes der Gehfähigkeit muss die gesetzliche Krankenkasse die Kosten eines Behindertendreirads übernehmen.

Das entschied das Landessozialgericht in einem am Dienstag in Darmstadt veröffentlichten Urteil.

Im konkreten Fall hatte eine gehbehinderte Frau geklagt, die seit ihrer Geburt an einer Tetraspastik leidet. Die 44-Jährige benutzt seit vielen Jahren zur Ergänzung der Krankengymnastik ein Dreirad. Durch das tägliche Training konnte sie bislang ihre Gehfähigkeit erhalten.

Das ihr im Jahr 1995 von der Krankenkasse gewährte neue Therapierad war aufgrund intensiver Nutzung nach zwölf Jahren nicht mehr nutzbar. Die Krankenkasse lehnte es jedoch ab, die Kosten in Höhe von rund 2300 Euro für das Ersatzrad zu übernehmen.

Zur Begründung hieß es, dass der Frau zur Sicherung der Mobilität bereits ein Rollstuhl zur Verfügung stehe. Im Übrigen sei Fahrradfahren kein Grundbedürfnis, das bei behinderten Erwachsenen sicherzustellen sei.

Zur Minderung der Spastiken könne die Klägerin anstelle des Therapierads auch einen Heimtrainer nutzen.

Die Frau hingegen vertrat die Auffassung, dass das Dreirad in ihrem Fall für den Erhalt ihrer Gehfähigkeit notwendig sei. Andernfalls werde sie in den Rollstuhl verbannt. Die Richter gaben ihr recht. (Az. L 8 KR 311/08)
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