Urteil: Besucher müssen in alten Kirchen mit Gefahren rechnen

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Bochum. In alten Kirchengebäuden müssen Besucher mit Gefahren durch einen schlechten Bauzustand rechnen. Das geht aus einem Urteil des Landgerichts Bochum hervor.

So müssten Besucher insbesondere damit rechnen, dass die Sicherheitsstandards deutlich geringer sind als bei neuen Bauten. Bei einem Sturz hafte die Kirchengemeinde daher nicht (Az.: 4 O 476/08), berichtet die Fachzeitschrift „NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht”.

In dem Fall verließ eine 80-Jährige, die Mitglied in einem Kirchenchor war, nach einer Messe den Chorstuhl über eine enge Wendeltreppe in dem über 100 Jahre alten Kirchenturm. Dabei stürzte sie und verletzte sich erheblich.

Sie hielt der Kirchengemeinde vor, ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt zu haben, da sich die Treppe in einem baulich schlechten Zustand befinde. Das Landgericht urteilte, das Alter des Gebäudes und der Zustand der Treppe seien der Klägerin bekanntgewesen. Außerdem dürfe die Kirchengemeinde darauf vertrauen, dass sich Besucher einer Kirche mit Bedacht bewegten.
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