Unzureichende Deutschkenntnisse sind Kündigungsgrund

Von: dpa
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Erfurt. Kann ein Arbeitnehmer deutsche Arbeitsanweisungen nicht lesen, darf ihm der Arbeitgeber die Kündigung schicken.

Voraussetzung ist, dass dem Mitarbeiter die Möglichkeit gegeben wurde, Deutsch zu lernen, entschied das Bundesarbeitsgericht am Donnerstag in Erfurt (2 AZR 764/08). Die Forderung nach Deutschkenntnissen sei legitim, wenn sie für die Arbeit notwendig seien. Dies habe mit Diskriminierung nichts zu tun.

Das Gericht bestätigte damit die Kündigung eines spanischstämmigen Produktionshelfers bei einem Automobilzulieferbetrieb in Nordrhein-Westfalen. Er hatte dort 2001 eine Stellenbeschreibung unterschrieben, die Kenntnis der deutschen Sprache in Wort und Schrift verlangte. Auf Kosten des Arbeitgebers besuchte er daraufhin einen Deutschkurs, Folgekurse lehnte er jedoch ab. Als seine Vorgesetzten merkten, dass er Arbeits- und Prüfanweisungen nicht verstehen konnte, drohten sie erst mit Kündigung und zogen dann einen Schlussstrich.

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